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Zu groß, zu mächtig? Facebook und Google im Visier der Justiz

Stand: 04.06.2019, 08:51 Uhr

Die Aktien der Tech-Riesen sind an der Wall Street heftig eingebrochen. Medienberichte, wonach Facebook und Google Ziel von Ermittlungen in den USA sind. Droht etwa eine Zerschlagung der Unternehmen?

Das war ein Schlag ins Kontor: Die Aktien von Facebook beendeten den Montagshandel in New York 7,5 Prozent tiefer, und auch die Papiere des Google-Mutter Alphabet gingen auf Tauchstation und verlieren 6,1 Prozent. Milliarden von Marktwert lösten sich in Luft auf.

Neue Zuständigkeiten

Der Grund sind Befürchtungen der Investoren, dass die Geschäfte der Konzerne durch regulatorische Maßnahmen eingeschränkt werden könnten. Gegen Facebook ermittelt laut Bloomberg die Marktaufsicht "Federal Trade Commission" (FTC). Mit der Untersuchung gegen die Google-Sparte von Alphabet sei das Justizministerium betraut. Das "Wall Street Journal" hatte über beide Entwicklungen zuerst berichtet.

Der Hintergrund ist offenbar zunächst formaler Natur. Die beiden staatlichen Stellen haben ihre Zuständigkeiten für die beiden Konzerne neu geordnet. Laut Analysten könnte dies aber der Anlass zu eingehenderen Untersuchungen sein, wie etwa Justin Post von der Bank of America in einer Stellungnahme sagte. Regulatorische Eingriffe bis hin zu einer Aufspaltung der Konzerne wären offenbar im Bereich des Möglichen.

Demokraten machen Front

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Inzwischen haben auch die Demokraten im US-Kongress angekündigt, umfassend die Marktmacht der großen Technologiefirmen wie Facebook, Google oder Amazon untersuchen zu wollen. Das kündigte der Vorsitzende des Unterausschusses für Wettbewerb, David Cicilline, am Montag in Washington an. Die Untersuchung soll unter anderem herausfinden, ob die Unternehmen ihre Monopolstellungen ausnutzen oder wettbewerbsfeindliche Maßnahmen ergriffen haben. In den USA macht sich parteiübergreifend ein Gefühl breit, dass bei Technologieriesen wie Apple oder Google zu viel Macht und Einfluss bei zu wenig Regulierung gebündelt sein könnte. Stein des Anstoßes sollen dabei offene Fragen zum Umgang mit privaten Nutzerdaten sein.

Meldungen zu neuen Beschränkungen drückten in Zukunft "immer wieder auf die Stimmung von Investoren", so Analystin Heather Bellini von Goldman Sachs. Spekulationen ranken sich auch um die Situation bei Apple gab es am Markt Spekulationen um eine Untersuchung des iPhone-Konzerns durch die US-Justiz. Die Papiere allerdings nur ein Prozent am Montag. Dafür ging auf dem Parkett auch bei Amazon-Investoren die Angst um. Dessen Papiere sanken um mehr als vier Prozent.

AB