Mark Zuckerberg

"Nicht gemocht, sondern verstanden" Facebook enttäuscht trotz Umsatzsprung

Stand: 30.01.2020, 08:02 Uhr

Die Facebook-Nutzerzahlen legen kontinuierlich zu, Umsatz und Gewinn steigen stetig, aber die Anleger sind unzufrieden mit dem Wachstumstempo. Und Mark Zuckerberg gewährt einen Einblick in seine Zukunftspläne. Man darf gespannt sein.

Facebooks Gründer Zuckerberg kündigte an, er wolle die Positionen des Online-Netzwerks offensiver vertreten. "Mein Ziel für das nächste Jahrzehnt ist es nicht gemocht, sondern verstanden zu werden", sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Damit man Vertrauen gewinnen kann, müssen die Leute wissen, wofür man steht."

Facebook wolle verstärkt die Redefreiheit, die Verschlüsselung und sein werbebasiertes Geschäftsmodell verteidigen. Dem Online-Netzwerk wird unter anderem vorgeworfen, es sammele zu viele Daten für die Personalisierung der Anzeigen und wolle Nutzer länger auf der Plattform halten, um ihnen mehr Werbung einzublenden.

Nutzerzahlen wachsen und wachsen

Das funktioniert glänzend: In den USA machte Facebook im vergangenen Quartal einen durchschnittlichen Erlös pro Nutzer von 41,41 Dollar, fast ausschließlich durch Werbung. Im Vorquartal waren es noch 34,55 Dollar. In Europa lag der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer lediglich bei 13,21 Dollar. Allerdings liege er in Westeuropa näher zum US-Niveau, sagte Finanzchef David Wehner.

Zudem erreichte Facebook die Marke von 2,5 Milliarden aktiven Nutzern. Das entspricht einem Zuwachs von 50 Millionen binnen drei Monaten.

Gewinnmitnahmen?

Auch die Unternehmenszahlen sehen gut aus. Im Schlussquartal 2019 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um ein Viertel auf gut 21 Milliarden Dollar – das ist mehr, als Analysten erwartet hatten. Der Gewinn legte zugleich aber um vergleichsweise moderate sieben Prozent auf 7,35 Milliarden Dollar zu. Das Gewinnwachstum war langsamer als Anleger es von Facebook gewohnt ist.

Deshalb sackte die Aktie im nachbörslichen US-Handel zeitweise um mehr als sieben Prozent ab. Im Verlauf der vergangenen zwölf Monate war die Aktie aber um fast 50 Prozent gestiegen.  

ts