Facebook-Logo spiegelt sich in einer Brille, die auf einer Notebook-Tastatur liegt

"Alles in Erwägung ziehen" Facebook bald mit Bezahlversion?

Stand: 07.05.2018, 10:31 Uhr

Wer sich über zu viel Werbung bei Facebook erregt, dem könnte vielleicht geholfen werden. Der Social-Media-Konzern testet gerade, ob das Interesse bei den Nutzern ausreichend groß ist, für den Dienst zu bezahlen.

Facebook  betreibt laut Kreisen Marktforschung, um das Interesse an einer Bezahlversion ohne Werbung herauszufinden. Nach dem jüngsten Datenskandal gebe es bei dem Online-Netzwerk intern wieder etwas mehr Zuspruch für solche Überlegungen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und beruft sich dabei auf informierte Personen.

Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg hatte die Möglichkeit einer Bezahl-Variante erstmals bei der Anhörung im US-Kongress im April angedeutet, als er sagte: "Es wird immer eine kostenlose Version von Facebook geben."

Mark Zuckerberg während der Anhörung des Handels- und Justizkomitees

Mark Zuckerberg während der Anhörung des Handels- und Justizkomitees. | Bildquelle: picture alliance / Andrew Harnik/AP/dpa

Fast zwölf Milliarden Dollar Umsatz

In der Telefonkonferenz nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen bestätigte Top-Managerin Sheryl Sandberg dann, dass Facebook über ein Abo-Modell nachgedacht habe - "und wir werden nicht damit aufhören, alles in Erwägung zu ziehen". Zugleich betonte sie aber auch: "Anzeigen passen auf natürliche Weise zu unserem Geschäft" und Facebook sehe da noch großes Potenzial.

Facebook erklärt, dass die Finanzierung durch Werbung es grundsätzlich erst erlaube, den Nutzern einen kostenlosen Dienst anzubieten. Ein Blick auf die jüngsten Unternehmenszahlen zeigt, wie sehr Facebook von den Werbeeinnahmen profitiert. Im ersten Quartal setzte der Konzern rund zwölf Milliarden Dollar um. Mehr als 98 Prozent davon sind Werbeeinnahmen.  

Was bedeutet kostenlos?

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte unlängst vor dem Landgericht Berlin erfolglos versucht, die Werbeaussage „Facebook ist kostenlos“ verbieten zu lassen. Nach Ansicht des Verbands sei der Spruch irreführend, denn Verbraucher bezahlten die Facebook-Nutzung zwar nicht in Euro, aber mit ihren Daten. Diese wiederum würden dem Unternehmen viel Geld einbringen.

Das Landgericht Berlin hält die Werbung in einem Urteil vom 16. Januar dagegen für zulässig, da immaterielle Gegenleistungen nicht als Kosten anzusehen seien.

ts/dpa