Facebook-Schriftzug spiegelt sich in einer Brille, die auf einer Tatastur liegt.
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Phänomenale Quartalsbilanz Facebook: Noch sprudelt der Gewinn

Stand: 02.11.2017, 08:11 Uhr

Facebook hat auch im dritten Quartal die Erwartungen weit übertroffen und seinen Gewinn um 79 Prozent gesteigert. Doch das dürfte im kommenden Jahr nicht so weitergehen.

Im dritten Quartal hat Facebook den Konkurrenten Google im Ringen um den ersten Platz um Werbeeinnahmen und Gewinnentwicklung in den Schatten gestellt. Der Reingewinn machte einen Sprung um 79 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Das ergibt einen Gewinn pro Aktie von 1,59 Dollar - deutlich mehr als die von Analysten prognostizierten 1,28 Dollar.

Damit setzt sich das Unternehmen aus Menlo Park in Kalifornien, zu dem auch die Foto- und Videoapp Instagram und der Messenger-Dienst WhatsApp gehören, von seinem Konkurrenten Google ab. Dessen Mutterkonzern Alphabet fuhr von Juli bis September zwar mit 6,7 Milliarden Dollar einen höheren Gewinn ein, kam aber nur auf einen Zuwachs von 33 Prozent.

Knapp 50 Prozent mehr Umsatz

Auch beim Umsatzwachstum hat Facebook die Berechnungen der Analysten übertroffen. Die Erlöse machten einen Satz von 49 Prozent auf 10,14 Milliarden Dollar. Die Kosten stiegen in dem Zeitraum um 34 Prozent. Den überwiegenden Teil der Erlöse nahm Facebook aus dem Verkauf von Anzeigen ein. Dabei kamen 88 Prozent aus dem Geschäft mit Werbung auf Smartphones und Tablets. Besonderen Schub brachte jüngst der Fokus auf Werbevideos.

Allerdings dürfte sich diese Dynamik im kommenden Jahr eintrüben. Firmengründer und -chef Mark Zuckerberg deutete am Abend an, dass die Gewinne wegen der geplanten Investitionen in die Sicherheit des Dienstes nicht mehr so stark sprudeln könnten.

10.000 neue Mitarbeiter

So soll die Zahl der Mitarbeiter, die sich bei Facebook mit dem Thema Sicherheit beschäftigen, auf 20.000 verdoppelt werden. Im September beschäftigte das Unternehmen weltweit über alle Sparten hinweg nur rund 23.000 Menschen. Diese massive Aufstockung dürfte teuer werden. Der 33-Jährige sagte: "Der Schutz unserer Community ist wichtiger als die Maximierung unseres Gewinns." Die Investitionen würden sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr ungefähr verdoppeln, sagte Finanzchef David Wehner.

Facebook befindet sich derzeit im Visier des US-Senats. Es geht um russische Einmischung in den US-Wahlkampf 2016. Facebook-Chefsyndikus Colin Stretch räumte ein, dass der Konzern mehr hätte tun müssen. Zwischen Juni 2015 und August 2017 wurden rund 80.000 Posts von der mutmaßlichen "Troll"-Fabrik Internet Research Agency aus St. Petersburg auf Facebook platziert. Diese Beiträge von teils gefälschten Nutzerprofilen erreichten rund 126 Millionen Nutzer und damit etwa die Hälfte der US-Wahlberechtigten.

Die Facebook-Aktie markierte im nachbörslichen New Yorker Handel zunächst ein neues Rekordhoch und kletterte auf 185 Dollar, drehte nach den Ankündigungen über die geplanten Personaleinstellungen aber ins Minus. Seit Jahresbeginn haben die Papiere aber um gut 58 Prozent zugelegt.

lg