Exxon

Ölkonzerne in der Krise Exxon und Chevron machen hohe Verluste

Stand: 30.10.2020, 14:45 Uhr

Der größte und der zweitgrößte US-Ölmulti hängen im Krisenmodus fest: Sowohl ExxonMobil als auch Chevron leiden unverändert unter der Corona-Pandemie. Besonders schlimm könnte es für Exxon kommen.

ExxonMobil warnte anlässlich der Zahlen zum dritten Quartal vor möglichen Abschreibungen im Volumen von 25 bis 30 Milliarden Dollar. Im Gasgeschäft bestehe die Gefahr einer erheblichen Korrektur von Vermögenswerten, teilte das Management mit.

Aber auch ohne diese Aussichten fallen die Zahlen schwach aus: Der Nettoverlust betrug 680 Millionen Dollar. Vor einem Jahr hatte Exxon noch 3,2 Milliarden Dollar verdient. Auch wenn sich die Nachfrage nach Öl ein Stück weit erholt habe, leide die Weltwirtschaft weiter stark unter den Folgen der Corona-Pandemie, sagte Konzernchef Darren Woods. Exxons Umsatz ging im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 46,2 Milliarden zurück.

Deshalb streicht der Konzern seine Kosten weiter zusammen. Die Investitionen in Ausrüstung sowie Erkundungs- und Förderprojekte wurden im bisherigen Jahresverlauf um 6 Milliarden auf 16,6 Milliarden Dollar gekürzt. Im kommenden Jahr sollen sie von ursprünglich geplanten 23 Milliarden Dollar auf 16 bis 19 Milliarden sinken.

Auch Chevron kommt nicht aus den Miesen

Der zweitgrößte US-Ölkonzern Chevron hat ebenfalls wieder einen Verlust erlitten. Unterm Strich fiel ein Minus von 207 Millionen Dollar an. Vor einem Jahr hatte noch ein Nettogewinn von 2,6 Milliarden Dollar zu Buche gestanden. Insgesamt brachen die Erlöse um gut 30 Prozent auf 24,5 Milliarden Dollar ein.

Chevron stemmt sich mit drastischen Kostensenkungen gegen die Krise. Die Ausrüstungsinvestitionen gingen um 48 und die Betriebsausgaben um 12 Prozent zurück. Zudem ist das Unternehmen dabei, etwa 10 bis 15 Prozent seiner knapp 45.000 Mitarbeiter zu entlassen.

Als Grund für die Verluste gab Vorstandschef Michael K. Wirth gesunkene Rohstoffpreise und schwächere Margen aufgrund der Corona-Pandemie an: "Die Weltwirtschaft operiert noch immer unter ihrem Vorkrisenniveau, das beeinflusst die Nachfrage nach unseren Produkten, die eng an die ökonomischen Aktivitäten gebunden sind."

Öltanker

Öltanker. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Shell hat sich besser gehalten

Gestern hatte der Konkurrent Shell die Quartalszahlen präsentiert und für eine positive Überraschung gesorgt. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 489 Millionen US-Dollar hängen. Das war zwar nur ein Bruchteil der rund 5,9 Milliarden Dollar, die Shell im Vorjahr erzielt hatte – aber deutlich mehr als der Markt erwartet hatte.

Im Prinzip geraten die Ölkonzerne derzeit von zwei Seiten unter Druck: Zum einen wirkt sich die schwache Konjunktur direkt auf Nachfrage und Preise aus. Zum anderen sorgen die sich verstärkende Tendenz hin zur alternativen Energiegewinnung und das Thema Elektromobilität für Pessimismus.     

ts