Exxon

Kräftige Gewinne im dritten Quartal Exxon und Chevron: Noch läufts!

Stand: 02.11.2018, 15:09 Uhr

Die Geschäfte brummen bei den Ölkonzernen: ExxonMobil hat seinen Gewinn überraschend kräftig steigern können - trotz Problemen. Auch Rivale Chevron verdoppelte seinen Quartalsgewinn. An der Börse kamen die Zahlen gut an.

Verglichen mit dem Vorjahreswert stieg der Überschuss des weltgrößten börsennotierten Öl-Multi ExxonMobil im dritten Quartal um 57 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro) an. Den überraschend kräftigen Gewinnsprung hat der Branchenführer dem starken Preisanstieg am Ölmarkt zu verdanken. Die Erlöse wuchsen um gut ein Viertel auf 76,6 Milliarden Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Der Ölpreis befand sich im Sommer in einem Höhenflug: Von Juni bis Ende September verteuerte sich das "schwarze Gold" um fast zehn Prozent. Anfang Oktober kostete die Nordseesorte Brent über 84 Dollar je Barrel. In den letzten eineinhalb Jahren ist der Preis um mehr als 70 Prozent gestiegen, seit Anfang 2018 um 17 Prozent.

Rivale Chevron noch besser

Chevron-Schild

Chevron: Gewinn verdoppelt. | Quelle: picture-alliance/dpa

Exxons Konkurrent Chevron verdoppelte gar seinen Quartalsgewinn, er verdiente unterm Strich vier Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte um knapp 22 Prozent auf 44 Milliarden Dollar vor Jahresfrist.

Die Ölförderung wuchs um neun Prozent auf knapp drei Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag, was dem Konzern zufolge einem neuen Rekordwert entspricht. Auch wenn der Umsatz etwas unter den Erwartungen blieb, übertrafen die Quartalszahlen die Prognosen der Experten insgesamt etwas.

Am Markt kam der Geschäftsbericht zunächst gut an - die Aktie stieg am Nachmittag im Xetra-Handel um 1,85 Prozent.

Exxon hat Probleme

Obwohl die Ölförderung in den USA insgesamt boomt, tut sich Branchenführer ExxonMobil schon länger schwer, was bei Anlegern bereits zu einiger Nervosität führte. Die Ölproduktion sank im dritten Quartal um weitere zwei Prozent auf 3,8 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag. Auch der Ölpreis könnte bald wieder zum Problem werden - am Montag befand er sich im Sturzflug. Der Preis für das Fass der Nordseesorte Brent sank unter 73 Dollar.

Für Entspannung sorgt die Spekulation, dass die US-Sanktionen gegen das Opec-Land Iran vielleicht doch nicht so hart durchschlagen wie bisher angenommen. Zudem kündigten Russland und Saudi-Arabien an, mögliche Ausfälle auszugleichen. Marktbeobachter verweisen zudem auf die jüngst gestiegenen Ölreserven in den USA sowie den Handelsstreit zwischen den USA und China, weil der Konflikt die Weltwirtschaft insgesamt belasten und die Nachfrage nach Rohöl bremsen könnte.

Den Anlegern gefielen die Quartalszahlen von Exxon jedoch zunächst. Die Papiere legten im vorbörslichen US-Handel in einer ersten Reaktion um mehr als zwei Prozent zu. Die Finanzanalysten der Wall Street hatten sowohl beim Gewinn als auch bei den Erlösen mit wesentlich schlechteren Ergebnissen gerechnet.

tb