Fallende Ölfässer, davon eines mit dem Exxon-Logo

Schwaches Raffineriegeschäft Exxon mit Gewinneinbruch

Stand: 26.04.2019, 14:52 Uhr

Die Anleger des größten US-Ölkonzerns brauchen weiter starke Nerven. Nachdem sich die Papiere von ExxonMobil von ihrem Dezember-Absturz erholt hatten, kommt es nun zu einem erneuten Einbruch - wegen eines enttäuschenden ersten Quartals.

ExxonMobil hat zu Jahresbeginn kräftige Abstriche bei Gewinn und Umsatz machen müssen. Im ersten Quartal sank der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreswert um 49 Prozent von 4,65 Milliarden Dollar auf 2,4 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Freitag im texanischen Irving mitteilte.

Die Erlöse fielen um sieben Prozent auf 63,6 Milliarden Dollar, obwohl die Ölproduktion um zwei Prozent auf vier Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag anstieg.

Rote Zahlen im Raffineriegeschäft

Als Grund gibt das Unternehmen die im Jahresvergleich gefallenen Ölpreise an. So habe sich das Öl im Laufe des Quartals zwar verteuert, lag aber insgesamt immer noch deutlich unter dem Vorjahreswert. Zudem litt die Bilanz unter einem schwachen Raffineriegeschäft, zu dem die Herstellung von Benzin, Diesel und anderen aus Rohöl und Gas gewonnenen Produkten gehört. In dieser Sparte fiel im ersten Quartal sogar ein Verlust an.

Auch im Geschäft mit chemischen Produkten musste ExxonMobil einen deutlichen Gewinneinbruch um 219 Millionen Dollar verbuchen. Grund sei ein weltweit gestiegenes Angebot, das die Gewinnmargen unter Druck setzte.

Zahlen unter Erwartungen

Insgesamt fielen die Zahlen wesentlich schlechter aus als erwartet. So hatten Analysten mit einem Gewinn von 70 Cent gerechnet, erwirtschaftet wurden aber nur 55 Cent. Trotzdem entschied Exxon seine Quartalsdividende um fünf Cent auf 87 Cent pro Aktie zu erhöhen.

Die Anleger reagierten enttäuscht auf die Quartalszahlen, auch wenn die Aussichten wegen der zuletzt deutlich gestiegenen Ölpreise sich wieder aufgehellt haben. Im vorbörslichen US-Handel verlor die Aktie 2,7 Prozent.