Evotec-Logo vor der Unternehmenszentrale in Hamburg
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Kooperation mit Celgene Evotec geht wieder ab

Stand: 22.05.2018, 08:28 Uhr

Nach dem missglückten Jahresstart lief es sich nicht gerade rund für die Aktie des Hamburger Biotech-Unternehmens Evotec. Das könnte sich nun ändern.

Im vorbörslichen Handel macht die im TecDax notierte Aktie einen Sprung um über sieben Prozent, nachdem es in den letzten Wochen meist abwärts ging. Grund für die Kehrtwende ist eine Zusammenarbeit mit dem US-Pharmaunternehmen Celgene. Dabei gehe es um eine langfristige, strategische Forschungs- und Entwicklungspartnerschaft zur Identifizierung neuer Therapeutika in der Krebsforschung, teilte das Unternehmen mit.

Im Rahmen der Vereinbarung erhält Evotec eine Vorabzahlung von 65 Millionen Dollar und hat Anspruch auf potenzielle signifikante Meilensteinzahlungen sowie gestaffelte Umsatzbeteiligungen an jedem lizenzierten Projekt. "Celgene erhält exklusive Rechte zur Einlizenzierung der weltweiten Rechte an allen im Rahmen der Partnerschaft entwickelten Programmen", hieß es in der Mitteilung weiter.

Kräftige Meilensteinzahlungen

Angesichts des Umstands, dass die Konsensschätzung für den Evotec-Jahresumsatz 2018 bei 350 Millionen Euro liege, sei dies ein großer Deal für den Biotech-Spezialisten, kommentierte ein Händler.

Mit der nun verkündeten Vereinbarung setzt Evotec seine Strategie der Partnerschaften mit etablierten Pharmakonzernen fort. In den letzten zwei Jahren wurde mit Celgene bereits eine Allianz zur Erforschung von Nervenkrankheiten geschlossen. Mit Bayer arbeitet Evotec an einem Projekt zur Behandlung von chronischem Nierenleiden.

Missglückter Jahresstart

Der Jahresstart ist Evotec allerdings misslungen. Zwar konnten die Hamburger im ersten Quartal einen kräftigen Umsatzsprung um 55 Prozent auf 79 Millionen Euro hinlegen. Allerdings war dies vor allem der jüngsten Übernahme des US-Unternehmens Aptuit geschuldet. Gleichzeitig ließen höhere Abschreibungen, ein starker Euro und ausbleibende Meilensteinzahlungen den Überschuss auf weniger als die Hälfte einbrechen - von knapp 7,1 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 3,5 Millionen Euro. Trotzdem sieht sich Evotec auf Kurs zu seinen hohen Wachstumszielen für dieses Jahr.

So soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um "etwa" 30 Prozent zulegen. Auch die Erlöse sollen in dieser Größenordnung steigen.

lg