Fahnen mit Evonik-Schriftzug

Gewinnprognose bleibt Evonik: Es hätte schlimmer kommen können

Stand: 05.11.2019, 11:43 Uhr

Die Evonik-Aktien legen heute kräftig zu und klettern an die MDax-Spitze. Die Anleger sind erleichtert, dass der Chemiekonzern nur seine Umsatzprognose kassiert hat.

Im abgelaufenen dritten Quartal fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 3,23 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um sechs Prozent auf 543 Millionen Euro. Während der Umsatz etwas unter der vom Unternehmen zur Verfügung gestellten durchschnittlichen Analystenschätzung lag, blieb beim operativen Ergebnis etwas mehr hängen als erwartet. Grund für die schwächere Entwicklung waren die Krise in der Autobranche und der niedrigere Ölpreis.

Sparen, sparen, sparen

Nun will Evonik eisern sparen. So soll die ursprünglich bis Ende 2021 geplante Senkung der Vertriebs- und Verwaltungskosten um jährlich 200 Millionen Euro nun schon bis Ende 2020 erreicht werden. Daher peilt Konzernchef Christian Kullmann hier 2019 insgesamt 70 Millionen Euro an und damit 20 Millionen Euro mehr als bisher. Weitere 20 Millionen Euro sollen im zweiten Halbjahr durch zusätzliche Maßnahmen, wie Zurückhaltung bei Neueinstellungen oder Reisebeschränkungen gespart werden. Von den 40 Millionen zusätzlichen Einsparungen soll der Großteil im Schlussquartal realisiert werden.

Mit den Sparmaßnahmen soll das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Vergleich zu den 2018 erzielten 2,15 Milliarden Euro stabil gehalten werden. Allerdings lastet eine schwächere Nachfrage auf dem Umsatz, der nun im laufenden Jahr leicht sinken dürfte verglichen mit den 13,3 Milliarden Euro im vorigen Jahr.

 "Kosteneinsparungen retten den Tag"

Eine Gewinnwarnung konnte Evonik also vermeiden, was unter Anlegern für Erleichterung sorgte. "Evonik wurde von vielen als das Unternehmen betrachtet, dass am stärksten dem Risiko einer Gewinnwarnung ausgesetzt ist", sagte Analyst Sebastian Satz von der Investmentbank Barclays. Analyst Gunther Zechmann vom Investmenthaus Bernstein brachte es auf den Punkt: "Kosteneinsparungen retten den Tag".

Die Evonik-Aktie kletterte am Vormittag an die Spitze im MDax. Zeitweise gewann das Papier sechs Prozent auf 25,75 Euro.

ME/dpa