Evonik-Zentrale

Spartenverkauf sorgt aber für Kursschub Evonik kommt 2019 nicht voran

Stand: 05.03.2019, 09:06 Uhr

Jahreszahlen, die nicht übermäßig begeistern - und trotzdem zieht die Evonik-Aktie am Dienstag kräftig an. Anleger und Analysten finden Gefallen am Verkauf des Plexiglas-Geschäfts des Konzerns. Der könnte den Weg frei machen für eine bessere Zukunft.

Evonik treibt seinen Konzernumbau voran und will sich stärker auf das Geschäft rund um die Spezialchemie konzentrieren. Die Essener verkaufen deshalb ihr Plexiglas-Geschäft für etwa drei Milliarden Euro an den Finanzinvestor Advent. Mit den Einnahmen will Evonik das margenstärkere und konjunkturunabhängigere Spezialchemie-Portfolio ausbauen. Die Aktie des MDax-Unternehmens startet rund vier Prozent stärker in den Dienstagshandel.

Abspaltung in Q3

Evonik: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
27,19
Differenz relativ
+1,87%

Mit dem Verkauf des Methacrylat-Geschäfts wolle man "das Profil unseres Portfolios weiter in Richtung Spezialchemie" schärfen, so Firmenchef Christian Kullmann. Evonik will er zum "besten Spezialchemiekonzern der Welt" machen. Der Verbund rund um das Plexiglas-Geschäft mit rund 3900 Mitarbeitern und einem Umsatz von etwa 1,8 Milliarden Euro soll im dritten Quartal 2019 an Advent gehen. Evonik will die Einnahmen auch für die Finanzierung des US-Zukaufs PeroxyChem nutzen.

Die spröden Geschäftszahlen und der Ausblick auf das laufende Jahr 2019 hätten die Aktie wohl kaum am Dienstag anschieben können. Der Essener Konzern konntet auch dank seiner Übernahmen Umsatz und operatives Ergebnis steigern. Das bereinigte Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) legte 2018 im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu. Beim Umsatz schaffte man einen Zuwachs von vier Prozent auf 15 Milliarden Euro. Der Konzern lag damit im Rahmen der Erwartungen des Marktes. Die Anteilseigner rund um die RAG-Stiftung sollen für 2018 eine unveränderte Dividende von 1,15 Euro je Aktie erhalten. Analysten hatten hier indes mit 1,17 Euro je Anteilsschein gerechnet.

Matte Aussichten

Der Ausblick auf 2019 ist ebenfalls nicht dazu angetan, Anleger in große Euphorie ausbrechen zu lassen: Evonik erwartet im laufenden Jahr ein bereinigtes Ebitda, das "auf dem Niveau von 2018 oder leicht darunter liegen wird". Das gelte auch für den Umsatz. Evonik könne sich der weltwirtschaftlichen Entwicklung nicht entziehen, so das Unternehmen.

Diese konjunkturelle Delle hat die Aktie mit den Wachstumschancen von Evonik bereits in den vergangenen Monaten nachvollzogen. Auf Sicht eines Jahres rangiert der Titel rund 15 Prozent im Minus.

AB