Vonovia-Unternehmenszentrale in Bochum

Einziger Immobilienwert EuroStoxx 50: Vonovia rein, Fresenius raus

Stand: 02.09.2020, 09:20 Uhr

Nicht nur der Dax steht vor Veränderungen, auch im EuroStoxx 50 gibt es zum 21. September ein großes Stühlerücken. Erstmals steigt mit Vonovia auch ein Wohnungskonzern in den Index auf.

Vonovia wird nicht nur der erste, sondern auch der einzige Immobilienwert sein, der den Aufstieg in das aus den fünfzig wertvollsten börsennotierten Unternehmen des Euroraums zusammengesetzte Börsenbarometer schafft.

Basis für die Einstufung ist die Free-Float-Marktkapitalisierung auf Basis der Schlusskurse per Ende August 2020. Sieben Jahre nach dem Börsengang im Juli 2013 und fünf Jahre nach dem Aufstieg in den Dax hat sich der Wert der frei handelbaren Vonovia-Aktien auf über 30 Milliarden Euro erhöht.

Schonfrist für BMW

"Die aktuellen und künftigen Herausforderungen verlangen zunehmend europäische Lösungen. Es ist ein gutes Signal für die gesamte Branche, dass mit Vonovia nun auch ein Immobilienunternehmen im EuroStoxx 50 vertreten ist. Dadurch steigt die Sichtbarkeit dieses wichtigen Wirtschaftszweigs", sagte Vonovia-Chef Rolf Buch.

Weichen muss dafür aus deutscher Sicht der Gesundheitskonzern Fresenius. Die Herausnahme des Bad Homburger Unternehmens kommt überraschend, Experten hatten im Vorfeld eher ein Risiko für BMW gesehen. Neben Fresenius müssen auch die Telekomkonzerne Orange und Telefonica sowie die Banken BBVA und Société Générale den Index verlassen.

Auch Banken müssen Index verlassen

Gerade Banken und Autobauer haben in den vergangenen Monaten stark unter der Corona-Krise gelitten. Der Autoabsatz brach ein, und Banken bereiteten sich teils mit milliardenschweren Rückstellungen auf Kreditausfälle bei ihren Kunden vor. BBVA und die Société Générale sind denn auch im bisherigen Jahresverlauf die Schlusslichter im EuroStoxx.

Neu hinzukommen werden ab dem 21. September, neben Vonovia, auch der Bezahldienstleister Adyen und die Technologie-Holding Prosus. Außerdem werden der Spirituosenhersteller Pernod Ricard und Aufzughersteller Kone dort erfasst.

Krisengewinner Adyen

Für den erst 2006 gegründeten Zahlungsabwickler Adyen lief es zuletzt glänzend. Die Corona-Panik im Februar und März drückte nur kurz auf den Kurs. Schnell galt Adyen als ein Krisengewinner, da immer mehr Menschen von daheim aus einkaufen und selbst beim Gang ins Geschäft aus Angst vor dem Coronavirus auf Bargeld verzichten.

Wichtig sind die Änderungen vor allem für ETFs, die Indizes nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgestellt werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

lg/dpa-AFX/rtr

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