Deutsche Euroshop A10 Center Wildau

Hohe Bewertungsverluste Euroshop warnt schon wieder

Stand: 08.01.2020, 09:11 Uhr

In den vergangenen Jahren kannte die Aktie des auf Einkaufszentren spezialisierten Investors Deutsche Euroshop meist nur eine Richtung: nach unten. Auch heute geht es weiter bergab.

Grund ist eine erneute Hiobsbotschaft vom Vorabend. Darin warnt das Hamburger Unternehmen vor hohen Bewertungsverlusten seines Immobilienbestandes. Dadurch werde das Vorsteuerergebnis des Geschäftsjahres 2019 mit rund 123 Millionen Euro belastet. Ein Jahr zuvor hatte der entsprechende Verlust noch bei 58,3 Millionen Euro gelegen. Als Grund für den gestiegenen Betrag nannte das Management unter anderem hohe Investitionen.

Welche Auswirkungen die Verluste auf das Jahresergebnis 2019 haben werden, teilte das Unternehmen nicht mit. Dennoch reagierten die Anleger entsetzt. Zu Handelsbeginn fiel die im SDax notierte Aktie um über drei Prozent, weitete ihre Verluste in der Folge aber deutlich aus. Damit hat sich das Papier in den vergangenen fünf Jahren praktisch halbiert - ein herber Verlustbringer für langfristig orientierte Investoren.

Jahresprognose gesenkt

Bereits im November hatte Deutsche Euroshop seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2019 leicht nach unten korrigiert. Danach wurde die Umsatzprognose auf eine Spanne von 221 bis 225 Millionen Euro reduziert. Zuvor war eine Spanne von 222 bis 226 Millionen Euro erwartet worden.

Das operative Ergebnis (Ebit) wird zwischen 191 und 195 Millionen Euro erwartet, nachdem man bisher von 194 bis 198 Millionen Euro ausgegangen war. Beim Ergebnis vor Steuern (Ebt) ohne Bewertungsergebnis ging das Unternehmen von 159 bis 162 Millionen Euro aus.

Vorläufige Zahlen im März

Angesichts der nun bekannt gewordenen Verluste dürfte das Vorsteuerergebnis einschließlich Bewertungsergebnis auf 36 bis 39 Millionen Euro sinken. Ob das Unternehmen an der geplanten Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,60 Euro je Aktie für 2020 festhalten wird, muss sich erst noch zeigen.

Allerdings könne sich die Bewertung des Immobilienvermögens noch verändern, da im Rahmen der Aufstellung des Jahresabschlusses weitere "Sachverhalte" auftreten könnten, schrieb Euroshop am Morgen weiter. Vorläufige Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr sollen am 19. März veröffentlicht werden.

Online-Handel belastet stationären Einzelhandel

Unter Druck geraten ist der Shopping-Center-Investor durch den immer stärker werdenden Online-Handel. Der macht den stationären Einzelhändlern zunehmend das Leben schwer.

So musste Euroshop jetzt ebenfalls vermelden, dass die Vermietungsquote des Shoppingcenter-Portfolios um einen Prozentpunkt auf 97,6 Prozent gesunken sei. bereits im November hatte das Unternehmen zudem "Mietanpassungen", also im konkreten Fall Mietminderungen angedeutet.

Vor diesem eher düsteren Hintergrund kann es nicht überraschen, dass viele Anleger die Flucht ergreifen.

lg