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Heute beginnt die Angebotsfrist Es wird ernst für Dermapharm

Stand: 29.01.2018, 08:27 Uhr

Die Preisspanne für den geplanten IPO von Dermapharm steht jetzt fest – ab heute kann zugegriffen werden. Wenn alles gut läuft, werden dem Arzneiunternehmen mehr als 100 Millionen Euro zufließen. Das Geld ist schon verplant.

Den Investoren sollen insgesamt 13,455 Millionen Aktien angeboten werden. Davon kommen 3,84 Millionen Stück aus einer Kapitalerhöhung und 7,86 Millionen vom Besitzer der Firma. Zudem ist noch eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) über 1,755 Millionen Papiere aus dem Besitz des bisherigen Eigentümers geplant, teilt das Unternehmen mit. Die Angebotsfrist beginne am 29. Januar, enden solle sie voraussichtlich am 8. Februar. Am Tag darauf soll der Börsenhandel beginnen.  

Die Papiere sollen für 26 bis 30 Euro auf den Markt kommen, wie der Hersteller von rezeptfreien Medikamenten und Gesundheitsprodukten mitteilte. Dermapharm erwartet also ein Gesamtvolumen des Angebots von etwa 350 bis ca. 404 Millionen Euro.

Zahltag für Beier

Der Großteil des Erlöses geht an Firmengründer Wilhelm Beier, der das Unternehmen seit 1991 mit mehreren Übernahmen aufgebaut hat. Ihm fließen bis zu 288 Millionen Euro zu. Sollten alle Aktien verkauft werden, belaufe sich der Streubesitz auf etwa 25 Prozent. In diesem Fall erwartet Dermapharm einen Bruttoerlös von rund 100 bis 115 Millionen Euro.

Und dafür wird es verwendet: Für 35 Millionen Euro soll die Produktion in Brehna bei Leipzig ausgebaut und ein neues Werk in Neumarkt am Wallersee bei Salzburg gebaut werden. 20 Millionen Euro will Dermapharm für die Erschließung weiterer Auslandsmärkte aufwenden. 40 bis 50 Millionen Euro sind vorgesehen, um eine Zwischenfinanzierung für die Übernahme des Arzneiherstellers Trommsdorff abzulösen.

„Konsequenter Schritt auf Wachstumspfad“

Dr. Hans-Georg Feldmeier, Vorstandsvorsitzender der Dermapharm, kommentiert: „Dermapharm ist ein Familienunternehmen, das sich dem Kapitalmarkt öffnet. Wir freuen uns auf den geplanten Börsengang als konsequenten Schritt auf unserem Wachstumspfad.“

Das Unternehmen erzielte 2016 einen Umsatz von rund 445 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis (Ebitda) von knapp 103 Millionen Euro. Ab dem Geschäftsjahr 2018 will Dermapharm 50 bis 60 Prozent des Gewinns als Dividende ausschütten. Dermapharm bewegt sich in Nischen, in denen das Unternehmen hohe Marktanteile für sich reklamiert. Mehr als die Hälfte des Umsatzes entfällt aber auf den renditeschwachen Re-Import von Arzneimitteln.

lg