Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt
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Reger Handel wegen Börsenturbulenzen Milliardengewinn der Deutschen Börse

Stand: 13.02.2019, 19:56 Uhr

Der große Profiteur des schlechten Börsenjahrs 2018 ist… die Deutsche Börse. Die starken Schwankungen an den Märkten sorgten für einen regen Handel und bescherten dem Frankfurter Börsenbetreiber einen Rekordgewinn.

Gerne vergleicht der neue Börsenchef Theodor Weimer das Geschäft seines Konzerns mit dem täglichen Kampf des Löwen und der Gazelle. Im ersten Jahr seiner Amtszeit hat er das "Dschungel-Rennen" gewonnen. Die Deutsche Börse ist so profitabel wie nie.

Zweistellige Zuwächse

Unterm Strich verdiente die Deutsche Börse erstmals mehr als eine Milliarde Euro Gewinn erwirtschaftet. Das bereinigte Nettoergebnis kletterte um 17 Prozent auf 1,002 Milliarden Euro. Die Nettoerlöse zogen um 13 Prozent auf 2,77 Milliarden Euro an. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 2,73 Milliarden Euro gerechnet.

Schon vor einer Woche auf dem Neujahrsempfang der Börse in Eschborn hatte Weimer gute Zahlen angedeutet. "Wir blicken auf ein wirklich gutes Jahr 2018 zurück", sagte der seit Anfang 2018 amtierende Konzernchef. Ende Januar hatte der Börsenbetreiber erste Eckdaten veröffentlicht und eine "deutliche Überschreitung der Gewinnprognose für 2018" in Aussicht gestellt.

Einziger Schönheitsfleck in der Bilanz: Wegen des Konzernumbaus sank der Überschuss um sechs Prozent auf 824 Millionen Euro. Für die Stellenstreichungen musste der Eschborner Konzern teure Abfindungen zahlen.

25 Cent mehr Dividende

Dennoch sollen die Aktionäre eine höhere Dividende erhalten. Diese soll um 25 Cent auf 2,70 Euro steigen. Experten hatten mit einer Anhebung auf lediglich 2,67 Euro gerechnet

Für das laufende Jahr ist Weimer etwas vorsichtiger. "Die zyklischen Risiken steigen und die politischen Risiken sind schwer abschätzbar", warnte er. Der bereinigte Gewinn soll um mindestens zehn Prozent, der Umsatz um mindestens fünf Prozent wachsen. Das ist etwas weniger als Analysten erwartet hatten. Ursprünglich hatte Weimer das Ziel ausgegeben, die Erlöse bis einschließlich 2020 pro Jahr um mindestens fünf Prozent und den Gewinn um rund zehn bis 15 Prozent zu steigern.

Geschäft steht und fällt mit der Volatilität

"Abhängig von der Entwicklung der Aktienmarktvolatilität könnte das Wachstum des Gewinns auch etwas höher oder niedriger ausfallen", teilte die Deutsche Börse am Mittwochabend mit. Der Börsenbetreiber profitiert von starken Kursausschlägen, da so zum einem das Geschäft an den Aktienmärkten selbst anzieht und zum anderem die Derivatesparte Eurex vom erhöhten Absicherungsbedarf der Investoren profitiert.

nb