Hannes Bardach, Frequentis AG-Aufsichtsratsvorsitzender und Mehrheitseigentümer

Unter dem Ausgabekurs Frequentis verstolpert das erste IPO des Jahres

Stand: 14.05.2019, 14:10 Uhr

Die monatelange IPO-Dürre ist beendet. Am Dienstag erfolgte der erste Börsengang des Jahres durch die österreichische Frequentis. Der Start aufs Parkett verlief jedoch ernüchternd.

Mit Schutz vor Katastrophen und schwierigen Situationen kennt sich Frequentis aus. Das Wiener Unternehmen ist Weltmarktführer von Kommunikationssystemen für Flugsicherungen. Zudem bietet Frequentis Software- und Hardwarelösungen für Leitzentralen von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Schifffahrt und Bahn an. In Deutschland arbeiten die Österreicher unter anderem für die Bundeswehr. Selbst mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa kooperieren die Wiener.

Doppellisting in Frankfurt und Wien

Doch die schwierige Börsen-Mission brachte Frequentis am Dienstag nicht unter Kontrolle. Am ersten Handelstag rutschten die Aktien des Börsenneulings unter den Ausgabekurs von 18 Euro. Anfangs hatte es noch besser ausgesehen. Der erste Kurs hatte bei 18,10 Euro gelegen.

Auch in Wien, dem zweiten Listing von Frequentis, fielen die Aktien unter den Ausgabepreis. Sie schlossen mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 17,78 Euro.

Bardach-Familie hat weiter das Sagen

Die Österreicher hatten sich nach eigenen Angaben für ein IPO entschieden, weil Aktien von familiengeführten Unternehmen besonders gut laufen. Nach dem Börsengang bleibt die Familie Bardach mit rund 67 Prozent Mehrheitseigner bei Frequentis. Insgesamt sollten drei Millionen Inhaberaktien platziert werden, davon die Hälfte aus dem Bestand von Bardach und 1,2 Millionen aus einer Kapitalerhöhung.

Zweitgrößter Aktionär dürfte inzwischen die B&C Innovation Investments GmbH sein, die sowohl bei der Vorabplazierung als auch im Rahmen des Börsengangs massiv Aktien zeichnete. Sie beteiligt sich mit rund 10 Prozent an Frequentis.

nb

1/6

Düstere IPO-Bilanz DSW

<strong>STS</strong><br/>Der größte IPO-Flop war STS. Der Autozulieferer sackte bis Ende des Jahres um fast 58 Prozent ab. Die Aktien waren Anfang Juni zu 24 Euro ausgegeben worden. Seither hat sich der Kurs mehr als halbiert.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

STS
Der größte IPO-Flop war STS. Der Autozulieferer sackte bis Ende des Jahres um fast 58 Prozent ab. Die Aktien waren Anfang Juni zu 24 Euro ausgegeben worden. Seither hat sich der Kurs mehr als halbiert.