Dunkle Wolken über der Unternehmenszentrale von SMA-Solar in Niestetal

Gewinnziel aufgegeben Erneuter Rückschlag für SMA Solar

Stand: 27.09.2018, 16:06 Uhr

Für die letzte große verbliebene deutsche Solarfirma brechen wieder stürmischere Zeiten an: Wegen des rasanten Preisverfalls der Solarmodule senkte der Wechselrichterhersteller aus Nordhessen seine Jahresprognose. Die Aktie bricht ein.

Vorstandschef Pierre-Pascal Urbon dürfte sich ein bisschen wie der tragische Held Sisyphos aus der griechischen Antike fühlen. Gerade erst hatte er mühsam den Kasseler Solarzulieferer wieder gesund saniert. 2017 schaffte SMA einen Gewinn von rund 30 Millionen Euro.  

Nun muss Urbon den Konzern wieder neu ausrichten. Denn der Preisverfall und der Markteinbruch in China zwingen SMA erneut in die Knie. Am Donnerstagnachmittag musste der Vorstand eine Umsatz- und Gewinnwarnung bekannt geben. Statt 900 Millionen bis eine Milliarde Euro werden die Erlöse in diesem Jahr nun nur noch bei 800 bis 850 Millionen Euro liegen.

Bestenfalls nur noch ausgeglichenes Ergebnis 2018

Und: Einen Gewinn wird es 2018 nicht geben. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand nur noch mit einem ausgeglichen oder leicht negativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Bisher waren 90 bis 110 Millionen Euro beim Ebitda geplant.

Bereits im Sommer hatte die Jahresprognose gewackelt. Vorstandschef Urbon hatte zwar im August noch die Jahresziele bekräftigt, diese allerdings unter den Vorbehalt gestellt, dass Projekte nicht in größerem Umfang verschoben werden.

SMA muss erneut den Rotstift ansetzen

Nun muss der SMA-Konzernlenker wieder gegensteuern und "strukturelle Anpassungen" vornehmen. Im Klartext heißt das Kostensenkungen. Entsprechende Maßnahmen sollen bis Ende des Jahres erarbeitet werden. Diese werden Einmalkosten verursachen, die das Ergebnis der SMA negativ beeinflussen.

SMA will sich in Zukunft ohnehin vom schwankenden Wechselrichter-Geschäft etwas unabhängiger machen. Im März kündigte Urbon einen Ausbau des Geschäfts mit Energiedienstleistungen an. So verspricht der Solarzulieferer vernetzte Lösungen, die die Stromkosten senken sollen. SMA kooperiert unter anderem mit dem Mannheimer Versorger MVV.

Aktie sackt deutlich ab

Die Umsatz- und Gewinnwarnung zieht am Donnerstag die Aktie von SMA tief nach unten. Sie stürzt um über 20 Prozent auf rund 22 Euro ab und ist größter SDax-Verlierer. Damit notieren sie auf dem Niveau von Ende 2015. Seit Mitte Mai hat sich der Kurs mehr als halbiert.

nb