Neue Plätze werden zugewiesen

Knorr-Bremse muss wohl erst in den SDax Erneuter Platztausch in der Dax-Familie

Stand: 05.12.2018, 08:02 Uhr

Die Deutsche Börse überprüft am Abend die Zusammensetzung der Aktienindizes. Dabei dürfte es in der zweiten und dritten Reihe Veränderungen geben.

Aus dem MDax verabschieden muss sich voraussichtlich CTS Eventim, erwartet Index-Experte Uwe Streich von der LBBW. Den Platz des Ticketvermarkters könnte die Medizintechnikfirma Carl Zeiss Meditec übernehmen. Der Büroimmobilienkonzern Alstria Office sei ebenfalls gefährdet, erklärt Streich. Allerdings geht er vorerst von einem Verbleib im MDax aus.

Der Börsenneuling Knorr-Bremse dürfte den Einzug in den Nebenwerte-Index MDax Fachleuten zufolge vorerst verpassen. Mit einer Marktkapitalisierung nach Streubesitz von um die vier Milliarden Euro steht Knorr-Bremse laut Streich eigentlich nichts im Weg, um per Fast Entry in den MDax zu kommen. Der Bremsen-Anbieter scheitert aber an den zu geringen Börsenumsätzen. Bei der anstehenden Überprüfung der Index-Zusammensetzung durch die Deutsche Börse werde das Unternehmen deshalb zunächst nur in den SDax einziehen.

Abstiegskandidaten aus dem SDax

Im SDax sind nach Einschätzung der Analysten der Handelskonzern BayWa, der Saatgut-Anbieter KWS Saat und der Maschinenbauer DMG Mori wegen schwächelnder Börsenumsätze abstiegsgefährdet. Bei der Biotechfirma Medigene könne es wegen eines geringen Börsenwertes knapp werden, ergänzte LBBW-Analyst Streich. Gute Chancen für einen Aufstieg in den SDax schreiben Experten dem Batterie-Hersteller Varta, dem Sensor-Anbieter Adva und dem Personal-Vermittler Amadeus Fire zu. Im deutsche Leitindex Dax erwarteten sie keinerlei Änderungen.

Deutsche Wohnen muss wohl warten

Im Dax dürfte sich wohl nichts ändern. Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen wird den Sprung in den Dax in diesem Jahr nicht mehr schaffen, sind sich die Fachleute einig. Zwar steht der Berliner Wohnungsbaukonzern schon lange in den Startlöchern für einen Aufstieg in die erste Börsenliga.

Deutsche Wohnen: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Bei der letzten Überprüfung wurde das Unternehmen aber vom Zahlungsabwickler Wirecard ausgestochen. Nun hätte Deutsche Wohnen theoretisch eine neue Chance. Dafür müssen aber zwei Bedingungen erfüllt sein: Der Börsenwert muss groß genug sein und zugleich auch der Börsenumsatz. Das erste Kriterium ist zurzeit erfüllt. Mit einer Marktkapitalisierung nach Streubesitz von rund 14 Milliarden Euro - dem von der Deutschen Börse berücksichtigten Börsenwert - liegt die Immobiliengesellschaft auf Rang 25 der größten deutschen Konzerne.

Veränderungen am 27. Dezember wirksam

Es hapert aber am Börsenumsatz, um mit Hilfe der für außerordentliche Überprüfungen greifenden, strengeren Fast-Entry-Regel in den Dax zu kommen. Denn hier gehört die Deutsche Wohnen nur zu den 35 umsatzstärksten Unternehmen - und das reicht nicht aus, wenn es nicht zeitgleich noch einen Dax-Abstiegskandidaten gibt. "Die Dax-Zusammensetzung bleibt daher unverändert", resümiert der LBBW-Experte.

Die Veränderungen werden dann zum 27. Dezember wirksam. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETFs). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was in der Regel Einfluss auf die Aktienkurse hat.

lg/dpa-AFX