Pakete werden mit einem Fahrzeug durch die Halle eines DHL-Paketzentrums transportiert
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Aktie legt kräftig zu Boomender Online-Handel treibt Post-Ergebnis

Stand: 12.11.2019, 10:40 Uhr

Ein Riesensatz beim operativen Ergebnis, ein sattes Gewinnplus, auch der Umsatz wächst dynamisch: Bei der Deutschen Post freut man sich über den boomenden Paketmarkt und das florierende Express-Geschäft – und setzt Hoffnungen auf Weihnachten. Die Anleger sind begeistert.

Der Umsatz stieg um 4,7 Prozent auf rund 15,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) kletterte noch deutlicher von 376 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 942 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 561 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 146 Millionen Euro. Allerdings hatten im Vorjahr Sondereffekte deutlich belastet. Gute Geschäftszahlen seien, doch erschienen die Zahlen auf den ersten Blick hervorragend, sagte ein Händler.

Für das laufende Jahr rechnet Konzernchef Frank Appel weiter mit einem operativen Ergebnis von 4,0 bis 4,3 Milliarden Euro. Der Vorstand hatte die Prognose zum Halbjahr angehoben.

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr
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Brexit und Handelsstreit zwischen den USA und China belasten den Logistikkonzern nach eigenen Angaben weniger, als das bei Konkurrenten wie Fedex oder UPS der Fall ist. Die Post sei breiter aufgestellt und könnte konjunktursensible Bereiche somit besser ausgleichen, hieß es. Fedex etwa hatte nach einem unerwartet schwachen dritten Quartal Mitte September seine Ziele für das Gesamtjahr gesenkt.

Weihnachten kann kommen

Im laufenden vierten Quartal steht Weihnachten bevor. Konzernchef Frank Appel erwartet "ein traditionell starkes Weihnachtsgeschäft". Dafür gibt es Gründe: Die Bundesbürger kaufen trotz Wirtschaftsflaute kräftig ein. In diesem Jahr werden sie rund 543,7 Milliarden Euro in Geschäften und Online-Shops ausgeben, 3,2 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, wie der Handelsverband Deutschland unlängst mitteilte.

Der Verband erwartet allein im November und Dezember, dem Weihnachtsgeschäft, 102 Milliarden Euro Umsatz, drei Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Elf Millionen Pakete werde der Konzern in Deutschland über Weihnachten an Spitzentagen transportieren, sagte Finanzchefin Melanie Kreis. An normalen Tagen sind es fünf Millionen Pakete. Rund 10.000 zusätzliche Mitarbeiter sollen in den Wochen vor Weihnachten helfen, die Paket-Schwemme zu bewältigen.

Aktie im Aufwind

Den Anlegern scheinen die Zahlen zu gefallen. Mit einem Aufschlag von mehr als vier Prozent auf 34,3 Euro belegen die Titel im dax den zweiten Platz. Seit Beginn des Jahres ist die Post-Aktie wieder deutlich teurer geworden: Der Kurs hat um mehr als ein Drittel zugelegt. Bis zum bisherigen Höchstwert der Aktie von 41,36 Euro Ende 2017 ist es allerdings noch ein weiter weg.    

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Papiere nach Zahlen mit einem Kursziel von 45 Euro auf der "Conviction Buy List" belassen. Der Logistikkonzern habe durch die Bank stark abgeschnitten, schrieb Analyst Matija Gergolet. Auch viele andere Experten sind von den Zahlen angetan, die Commerzbank empfiehlt die Titel ebenfalls zum Kauf.

Die US-Bank JPMorgan nimmt eine Gegenposition ein: Sie hat die Einstufung auf "Underweight" mit einem Kursziel von 25,36 Euro belassen. Die Ergebnisse des dritten Quartals seien zugegebenermaßen stark ausgefallen, schrieb Analyst Samuel Bland in einer ersten Reaktion. Am Ausblick habe sich bis 2022 indes nichts geändert.

ts