VW-Logo wird poliert
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Ergebnisrückgang von sieben Prozent VW an Dax-Spitze

Stand: 02.05.2019, 08:42 Uhr

Eine schwache Nachfrage in China hat den Wolfsburger Autobauer zum Jahresauftakt ausgebremst. Trotzdem kam VW noch relativ glimpflich davon. Das Ergebnis fiel weniger stark als das von Konkurrenten wie Daimler.

Während die Schwaben 16 Prozent weniger verdienten, schrumpfte das operative Ergebnis der Niedersachsen in den ersten drei Monaten des Jahres "nur" um sieben Prozent auf 3,9 Millionen Euro. Dabei musste VW negative Sondereinflüsse aus Rechtsrisiken im Zusammenhang mit der Diesel-Thematik noch mit verdauen. Ohne diese legte das Ergebnis sogar um 0,6 Milliarden auf 4,8 Milliarden Euro zu.

Drei Prozent mehr Umsatz trotz Absatzrückgang

Den Umsatz steigerte Volkswagen überraschend um gut drei Prozent auf 60 Milliarden Euro. Analysten hatten einen deutlich geringeren Zuwachs prognostiziert.

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Insgesamt verkaufte VW in den ersten drei Monaten 2,8 Prozent weniger Autos. Besonders schlecht lief es in China, wo der Absatz um sechs Prozent fiel. Dagegen zog das Geschäft in Südamerika an. In Europa präsentierten sich die Wolfsburger solide.

Kernmarke VW kommt voran

Besonders erfreulich entwickelte sich die Kernmarke VW. Sie steigerte ihre Erlöse zum Jahresstart um über sieben Prozent auf 21,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen verbesserte sich von 879 auf 921 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei der Premium-Tochter Audi indes sank das operative Ergebnis auf 1,1 Milliarden Euro.

Finanzvorstand Frank Witter zeigte sich erfreut über das Abschneiden des Konzerns im ersten Quartal. Er machte aber auch deutlich, dass der Konzern die Kosten weiter senken müsse. "Insgesamt müssen wir weiter unser Tempo bei der Transformation erhöhen. Die steigenden weltweiten Konjunkturrisiken stellen uns ebenfalls vor Herausforderungen."

Hoffnungsträger China

Markus Gürne
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Die Hoffnungen richten sich nun darauf, dass die Geschäfte in China wegen der Anfang April gesenkten Mehrwertsteuer wieder anziehen. Trotz der Delle zum Jahresauftakt bekräftigte Volkswagen den Ausblick für 2019. Der Vorstand hat sich ein leichtes Absatzplus vorgenommen, der Umsatz soll um bis zu fünf Prozent steigen. Bei der operativen Rendite vor Sondereffekten peilt der Konzern unverändert einen Wert zwischen 6,5 und 7,5 Prozent an. Für das zweite Halbjahr hatte sich der Konzern zuletzt zuversichtlich gezeigt, auch weil der Vergleichszeitraum im Vorjahr wegen der Turbulenzen um die schärferen Abgasmessregeln WLTP schwächer ausgefallen war.

ARD-Börsenstudio: Dieter Reeg
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In diesem Jahr ist für Volkswagen entscheidend, dass die Einnahmen nicht wegbrechen, um den Umstieg in die Elektromobilität finanzieren zu können. Um die schärferen Umweltvorgaben zu erfüllen, investiert Volkswagen investiert derzeit massiv in die Elektromobilität. Bis 2023 fließen 44 Milliarden Euro in die E-Autos, selbstfahrende Autos, Mobilitätsdienste, die Digitalisierung und den Umbau der Werke. Ab dem Herbst soll der erste Wagen der elektrischen ID-Modellreihe vom Band rollen. Binnen zehn Jahren will der weltgrößte Autobauer rund 22 Millionen E-Autos bauen, fast 70 neue Modelle kommen auf den Markt.

Die Quartalsbilanz von VW kommt an der Börse gut an. Die Aktien steigen vorbörslich um zwei Prozent.

nb

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VW Roomzz

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Als Weltneuheit zeigte VW-CEO Herbert Diess bereits den ID Roomzz, der als vollelektrischer SUV im Format eines Touareg mit bis zu sieben Plätzen das Elektroformat für die chinesische Mehrgenerationenfamilie bilden soll. Diess nahm den Roomzz zum Anlass, um die Absichten des Volkswagenkonzerns in China zu bekräftigen.