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Ergebnis gesunken Merck: Kleiner Ausrutscher im ersten Quartal

Stand: 14.05.2019, 09:08 Uhr

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hält trotz eines leichten Rückschlags im ersten Quartal an seinen Jahreszielen fest.

Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) soll in diesem Jahr wie geplant um zehn bis 13 Prozent steigen. Dabei geht das Unternehmen von einem positiven Währungseinfluss von bis zu zwei Prozent aus, nachdem es bisher einen Rückschlag von drei bis vier Prozent erwartet hatte. Der Umsatz soll auf 15,3 bis 15,9 Milliarden Euro anziehen.

Im Auftaktquartal musste Merck beim operativen Ergebnis allerdings einen Rückgang hinnehmen. Das Ebitda sank um vier Prozent auf 929 Millionen Euro. Auslöser war vornehmlich die Pharmasparte, die im Vorjahr noch durch eine Meilensteinzahlung vom US-Unternehmen Biomarin beflügelt worden war. Zudem fehlte zum Jahresauftakt der Beitrag des inzwischen verkauften Durchflusszytometrie-Geschäfts. Ferner belasteten Währungseffekte. Auch ist der Verkauf des Medikaments Rebif gegen Multiple Sklerose wegen zunehmendem Wettbewerb in Nordamerika sechs Prozent schwächer ausgefallen als erwartet.

Gewinn bricht um 40 Prozent ein

Die 2018 ebenfalls veräußerten rezeptfreien Medikamente wurden dagegen zur besseren Vergleichbarkeit aus den Vorjahreswerten herausgerechnet. Unter dem Strich brach der Gewinn um mehr als 40 Prozent auf 189 Millionen Euro ein.

Analysten hatten mit einem besseren operativen Ergebnis gerechnet. Unter dem Strich brach der Gewinn um mehr als 40 Prozent auf 189 Millionen Euro ein. Bereits im vergangenen Jahr hatte Merck nach Problemen im Flüssigkristallgeschäft eine Ergebnisdelle verkraften müssen.

Brummendes Laborgeschäft

Das anhaltend brummende Laborgeschäft hat dem Konzern zum Jahresstart allerdings einen Umsatzschub beschert. So kletterten die Erlöse in den ersten drei Monaten um 7,5 Prozent auf rund 3,75 Milliarden Euro.

Doch die Weichen für eine weiterhin gute Geschäftsentwicklung sind gestellt. Erst kürzlich hatte sich das Unternehmen nach einem Bietergefecht auf die 6,6 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Halbleiterzulieferers Versum Materials geeinigt. Zudem kaufte Merck für umgerechnet etwa 55 Millionen Euro den kalifornischen Materialspezialisten Intermolecular.

Neues MS-Medikament alleine weiterentwickeln

Im Pharmabereich will Merck die Wirksamkeit des Medikamentenkandidaten Evobrutinib gegen Multiple Sklerose erst einmal alleine weiterentwickeln. Im März hatte Analyst Stephen McGarry von der britischen Bank HSBC eine mögliche Auslizenzierung des Medikamentenkandidaten noch als einen Treiber für Merck bezeichnet.

Die 48-Wochen-Ergebnisse seien ein weiterer Beleg für die Schubreduzierung bei der Behandlung mit dem Wirkstoff Evobrutinib, erklärte Merck. Nach zwölf Wochen sei im MRT ein schneller Rückgang von Läsionen erreicht worden, der bis Woche 48 anhielt. Den primären Endpunkt hatte die Studie bereits im Herbst erreicht. Die nun vorgelegten Ergebnisse sind längerfristige Folgedaten.

An der Börse kommen die Quartalszahlen nicht gut an. Die Aktie verliert gegen den Trend 1,7 Prozent.

lg/rtr/dpa