Tele Columbus-CEO Timm Degenhardt

Ergebnis-Störung, aber genug Bares Anleger fliegen auf Tele Columbus

Stand: 29.11.2018, 08:28 Uhr

Deutschlands drittgrößter Kabelanbieter hat doch genug Bares. Die neue Bilanz wird an der Börse gefeiert. Vergessen die früheren Sorgen, die die Aktie hatten einstürzen lassen.

Auf den ersten Blick sieht Tele Columbus schwach aus. Im dritten Quartal sank das Betriebsergebnis (Ebitda) und rund 14 Prozent auf knapp 59 Millionen Euro. Das liegt an höheren Ausgaben für Kundenservice und Marketing und geringere margenstarke Fernsehumsätze. Die Erlöse stiegen wegen des wachsenden Geschäfts mit Geschäftskunden allerdings leicht um 3,6 Prozent auf fast 128 Millionen Euro. Zudem bestätigte der mit rund 3,3 Millionen angeschlossenen Haushalten drittgrößte Kabelnetzbetreiber Deutschlands seine Ende August gekappten Jahresziele.

An der Börse wurde die neue Quartalsbilanz gefeiert. Die Aktie schoss um mehr als 14 Prozent auf das höchste Niveau seit Mitte Oktober. Auch ein Resultat der positiven Analystenkommentare.

Genug Bares

Cengiz Sen von der Equinet Bank lobte vor allem die Entwicklung der freien Barmittel. Tele Columbus dürfte im nächsten Jahr kein Geld mehr verbrennen. Es könnte einen Geldzufluss und ein Jahr später dann einen "großen Sprung" nach oben geben, so Sen. Auch habe der Umsatz seine und die Markterwartungen überboten. Letzteres gelte ebenfalls für das operative Ergebnis (Ebitda). Simon Bentlage von Hauck & Aufhäuser lobte den Free Cashflow und betonte, dass jegliche Liquiditätssorgen unbegründet seien.

Auf längere Sicht sieht die Aktie allerdings trotz der heutigen Kursgewinne schwach aus im Vergleich zum Jahresende 2017. Sie ist nur etwas mehr als ein Drittel des damaligen Kurses wert.

Probleme behoben

Der Kabelnetzbetreiber hatte aber auch viele Probleme. Nach einem Personalwechsel im Vorstand, der seit Jahreswechsel von Timm Degenhardt geführt wird, sorgte für Unruhe, dass das Unternehmen seine Halbjahresbilanz verschob. Unter anderem lief die Integration des übernommenen Konkurrenten Pepcom nicht so wie erhofft, weshalb Tele Columbus im Sommer dann zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognose senkte.

Sorgen um mögliche Liquiditätsengpässe machten die Runde. Im vergangenen Monat sicherten sich die Berliner jedoch einen neuen - wenn auch teuren - Kredit der US-Investmentbank Goldman Sachs.

bs