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Schwedischer Finanzinvestor EQT will an die Börse: EQ wer?

Stand: 02.09.2019, 15:35 Uhr

Der schwedische Finanzinvestor EQT wagt den Sprung an die Stockholmer Börse. Damit sollen mindestens 500 Millionen Euro erlöst werden. Auch an deutschen Unternehmen sind die Schweden beteiligt.

Derzeit gehört EQT immer noch zu 23 Prozent der schwedischen Familie Wallenberg über deren Investmentvehikel Investor AB. Durch den geplanten Börsengang sollen künftig 20 Prozent der Aktien von EQT an der Nasdaq von Stockholm notiert sein. Ziel der Transaktion ist es, die finanzielle Ausstattung des Fonds zu verbessern. Zum Zeitplan teilten die Schweden nur mit, dass Börsengang noch vor Jahresende stattfinden soll.

EQT verwaltet derzeit ein Vermögen von rund 40 Milliarden Euro. Damit hat das Unternehmen zum Stichtag 30. Juni Erlöse von 295 Millionen Euro erzielt und damit einen Gewinn nach Steuern von 109 Millionen Euro eingefahren - eine Marge, die sich sehen lassen kann.

EQT ist vier Milliarden wert

Ob sich der Anteil der Familie Wallenberg durch den Börsengang reduziert, behält EQT noch für sich. Angestrebt wird sowohl die Ausgabe neuer Aktien als auch der Verkauf bestehender Anteile durch die derzeitigen Besitzer. Am Markt wird EQT Experten zufolge mit rund vier Milliarden Euro bewertet. Als Konsortialführer sollten die Banken JPMorgan und SEB fungieren.

Wachsen will EQT in Sparten und Regionen, in denen der Investor noch wenig präsent ist. Nachdem außerhalb der nordischen Länder zuletzt vor allem Deutschland und die Schweiz zum Wachstum beitrugen, rücke nun Asien in den Mittelpunkt. "Asien bietet große Wachstumschancen und wir wollen unsere Präsenz dort verstärken", sagte Chef Christian Sinding der Agentur Reuters.

Beteiligungen in Europa dominieren

In der Region Asien-Pazifik hat EQT rund 16 Prozent seines Portfolios investiert. Mehr als die Hälfte sind Beteiligungen in Europa, wobei die nordischen Länder mit 33 Prozent dominieren. In Amerika hat EQT ein Fünftel des Vermögens investiert. Im Mai griff ein Konsortium um EQT und einem Staatsfonds aus Abu Dhabi (ADIA) für rund zehn Milliarden Franken nach dem Hautpflege-Geschäft von Nestle.

Zu den zahlreichen Beteiligungen in Deutschland gehört der Prothesenhersteller Ottobock. Das Familienunternehmen beschäftigt 7.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro. EQT ist mit 20 Prozent an Ottobock beteiligt.

Daneben umfasst das Portfolio von EQT hierzulande so unterschiedliche Firmen wie ein Einkaufszentrum in Grünau bei Leipzig sowie den in Berlin ansässigen Autoteile-Onlineshop kfzteile24.

lg