Fahnen mit Unternehmensschriftzug vor der Eon-Konzernzentrale in Essen

Steigender Gewinn Eon dreht auf

Stand: 14.11.2018, 09:56 Uhr

Während Konkurrent RWE über schwächelnde Zahlen berichten muss, geht es dem ebenfalls in Essen sitzenden Versorger Eon weitaus besser. Das kommt auch bei den Anlegern gut an.

Im morgendlichen Handel gehören die Eon-Papiere zu den wenigen Gewinnern im Dax. Allerdings haben sie seit dem Hoch im Juli kräftig an Wert eingebüßt. Dennoch beließ Goldman Sachs-Analyst Alberto Gandolfi die Einstufung für die Aktie auf "Buy" mit einem Kursziel von 10,40 Euro.

Der Versorger habe solide Kennziffern für die ersten neun Monate des Jahres veröffentlicht und den Ausblick für das Gesamtjahr an das obere Ende der formulierten Spanne angepasst, schrieb er in einer ersten Reaktion. Auch in puncto Nettoverschuldung entwickele sich der Energiekonzern etwas besser als erwartet.

Nettogewinn gestiegen

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,59
Differenz relativ
-0,74%

Tatsächlich ist das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) in den ersten neun Monaten dieses Jahres um elf Prozent auf 2,35 Milliarden Euro gestiegen. Dazu trugen bessere Geschäfte im Vertrieb sowie bei den erneuerbaren Energien bei. Hier hatte Eon neue Windparks in Betrieb genommen. Der bereinigte Konzernüberschuss übertraf mit 1,2 Milliarden Euro den Vorjahreswert von rund einer Milliarde Euro um 25 Prozent.

Unterm Strich verdiente der Dax-Konzern zwar mit 2,9 Milliarden Euro gut ein Fünftel weniger, allerdings hatte Eon im vergangenen Jahr auch von Rückzahlungen von Atomsteuern profitiert. Bereinigt stieg der Nettogewinn um ein Viertel auf 1,2 Milliarden Euro.

Weniger Verschuldung, mehr Cash

Für das Gesamtjahr bestätigte Eon seine Prognose und erwartet, das obere Ende der Spannen bei bereinigtem Ebit und Nettoergebnis zu erreichen. Das bereinigte Ebit soll von 3,1 Milliarden Euro im Vorjahr auf voraussichtlich 2,8 bis 3,0 Milliarden Euro sinken. Der bereinigte Konzernüberschuss soll, wie bereits bekannt, bei 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro liegen. Für das vergangene Jahr wies Eon rund 1,4 Milliarden Euro aus.

Analysten verweisen zudem darauf, dass Eon derzeit in Geld schwimme. So verfüge der Konzern über einen operative Cashflow von 3,5 Milliarden Euro. Hauptgrund ist die im Juli 2017 einmalig geleistete Zahlung von rund 10,3 Milliarden Euro an den Fonds zur Finanzierung der atomaren Entsorgung. Zudem sank die wirtschaftliche Netto-Verschuldung um 3,9 Milliarden Euro oder 20 Prozent auf rund 15,4 Milliarden Euro.

JPMorgan-Analyst Christopher Laybutt reagierte erfreut. Der Versorger habe überraschend stark abgeschnitten und die Markterwartung ordentlich übertroffen. Er beließ die Einstufung für Eon auf "Overweight" mit einem Kursziel von 11,50 Euro belassen.

lg