Fahnen mit Unternehmensschriftzug vor der Eon-Konzernzentrale in Essen

Prognose bestätigt Eon: Umsatz verdoppelt dank Innogy

Stand: 12.05.2020, 11:40 Uhr

Eon kommt bislang recht gut durch die Corona-Krise. Allerdings kostet die Integration von Innogy den Energieversorger viele Millionen und sorgt für einen Nettoverlust. Angesichts des Umsatzwachstums nehmen es die Investoren gelassen.

Mit einem Plus von mehr als drei Prozent gehören die Aktien von Eon zu den Tagesgewinnern im deutschen Leitindex. In den vergangenen drei Monaten beträgt der Kursverlust der Versorgers knapp 17 Prozent. Insgesamt hat sich Eon im Dax also nicht schlecht geschlagen, was damit zusammenhängt, dass das Geschäftsmodell einigermaßen resistent gegen Krisen ist: Strom und Stromnetze werden wird immer gebraucht - mehr oder weniger.

Prognose vorerst bestätigt

Deshalb kann Eon auch trotz der Pandemie die Jahresziele bestätigen. Das Management gehe davon aus, dass die für 2020 prognostizierten Bandbreiten von 3,9 bis 4,1 Milliarden Euro für das bereinigte Konzern-Ebit und 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro für den bereinigten Konzernüberschuss erreicht werden.

Spurlos geht die Krise jedoch auch an den Energieriesen nicht vorbei: "Dies beinhaltet jedoch nicht im weiteren Jahresverlauf noch mögliche, aber heute nicht ausreichend sicher beurteilbare Risiken aus der COVID-19 Pandemie." Der Konzern stelle sich auf eine geringere Nachfrage im Gesamtjahr ein. "Eon rechnet in diesem Zusammenhang zum jetzigen Zeitpunkt mit einer Belastung im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich für das Gesamtjahr."

Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender der Eon AG

Johannes Teyssen. | Bildquelle: picture alliance / Sven Simon

Zahlen kaum vergleichbar

Beim aktuellen Quartalsergebnis stechen Ergebnis und Umsatz hervor: Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei im ersten Quartal um 24 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gestiegen. Dies war vor allem dem Netzgeschäft zu verdanken, insbesondere der Einbeziehung der Innogy-Aktivitäten in Deutschland.

Der Umsatz wurde mit 17,7 Milliarden Euro fast verdoppelt. Allerdings sind die Zahlen kaum miteinander vergleichbar. So ist Innogy erst seit Ende September vergangenen Jahres voll bei Eon konsolidiert. Dazu wird noch der Teil der erneuerbaren Energien in diesem Jahr an die frühere Innogy-Mutter RWE übertragen. Seine eigenen Geschäfte mit den Erneuerbaren hat Eon als Teil der groß angelegten Transaktion bereits zum 1. Oktober an RWE übergeben.

Innogy-Integration ist teuer

Unter dem Strich fiel bei Eon ein Verlust von 327 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von 387 Millionen vor einem Jahr. Hier belasteten Kosten für die Integration von Innogy. Dazu kamen negative Effekte aus der Marktbewertung von Derivaten, mit denen das Unternehmen Preisschwankungen absichert. Bereinigt um diese und weitere Effekte steigerte Eon seinen Nettogewinn um sechs Prozent auf 691 Millionen Euro.

Hochspannungsmasten im Sonnenuntergang

Stromversorger. | Bildquelle: colourbox.de

Das Analysehaus RBC hat die Einstufung nach Zahlen auf "Sector Perform" mit einem Kursziel von 9,50 Euro belassen. Der Versorger habe die von ihm selbst zur Verfügung gestellte Konsensschätzung beim operativen Ergebnis leicht übertroffen, schrieb Analyst John Musk. Er hob zudem die bekräftigten Jahresziele positiv hervor.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs rät hingegen zum Verkauf der Aktie und sieht das Kursziel bei 9,20 Euro. Analyst Alberto Gandolfi unterstreicht die Schuldenlast des Energiekonzerns und stellt fest, die Folgen der Corona-Krise würden Risiken bergen.

ts