Fahnen mit Unternehmensschriftzug vor der Eon-Konzernzentrale in Essen
Audio

Milliardengewinne Eon tankt Energie

Stand: 08.11.2017, 09:16 Uhr

Vorbei die Krisenjahre: Der Energieversorger Eon bleibt auf Gewinnkurs. Von dem erwarteten Milliardengewinn in diesem Jahr soll auch für die Aktionäre ordentlich was abfallen.

Statt Milliardenverlusten streicht der Dax-Konzern wieder Milliardengewinne ein. Die Bilanz nach den ersten neun Monaten dieses Jahres: ein Überschuss von 3,9 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte Eon wegen gewaltiger Abschreibungen einen Fehlbetrag von 9,3 Milliarden Euro ausgewiesen.

Drei Milliarden vom Finanzamt

Dieses Jahr profitiert der Dax-Konzern vor allem von einem Sondereffekt: der Rückerstattung der zu viel gezahlten Brennelementesteuer in Höhe von rund drei Milliarden Euro. Eon hatte die Steuer zwischen 2011 und 2016 bezahlt, doch das Bundesverfassungsgericht erklärte sie Anfang Juni für unzulässig. Der Versorger erhielt das Geld inklusive Zinsen zurück.

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,24
Differenz relativ
-0,62%

Bereinigt um derartige Sondereffekte bleibt für Eon aber immer noch ein Gewinn von 965 Millionen Euro hängen. Gut 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das war in etwa erwartet worden, Analysten hatten im Schnitt einen bereinigten Überschuss von 958 Millionen vorhergesagt. Die Aktie stieg am Morgen auf der Handelsplattform Tradegate um 1,5 Prozent im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs des Vortages.

Operativ lief es nach dem schwachen Jahresauftakt aber noch nicht ganz so rund: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank insgesamt um acht Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis lag aber im Rahmen der Analystenerwartungen, und auch Eon selbst sprach von einer "soliden" Entwicklung. Das stärkere zweite und dritte Quartal konnten das schwache erste Quartal noch nicht wett machen. Das dritte Quartal ist außerdem stark saisonal geprägt. Generell wird in den Sommermonaten weniger Strom verbraucht. So fiel unter dem Strich ein Verlust von 166 Millionen Euro an, wie Eon mitteilte.

Der Konzernumsatz sank leicht um 1 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro. Das Netzgeschäft konnte deutlich höhere Erträge verbuchen. Hingegen sanken die Ergebnisse in den Bereichen Kundenlösungen und Erneuerbare Energien.

Auf Kurs

Eon liege im Plan und sei auf gutem Weg, sich neuen Spielraum für künftige Investitionen und höhere Dividenden zu erarbeiten, kommentierte Finanzchef Marc Spieker bei Vorlage der Zwischenbilanz. Der Konzern hält an seinen Zielen für das Gesamtjahr 2017 fest und peilt nach wie vor ein bereinigtes Ebit von 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro an.

Finanzchef Spieker hatte allerdings im August erklärt, eher den unteren Rand der Spanne zu erreichen. Beim Konzernüberschuss rechnet der Stromkonzern unverändert mit 1,2 bis 1,45 Milliarden Euro.

Satte Dividende

Dank der Erstattung der ungerechtfertigten Atomsteuern im ersten Halbjahr kommt Eon auch bei seiner Verschuldung voran. Nach neun Monaten liegt sie nur noch bei 19,7 Milliarden Euro, fast sieben Milliarden weniger als Ende 2016.

Und Eon sieht auch mehr Spielraum für eine höhere Dividende. Von 2018 an sollen mindestens 65 Prozent des bereinigten Konzernüberschusses ausgeschüttet werden, wie der Dax-Konzern schon zur Halbjahresbilanz verkündete.

Fortum und Uniper im Fokus

Uniper: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
25,20
Differenz relativ
-0,12%

Eon konzentriert sich nach der Abspaltung seiner Kraftwerkstochter Uniper im vergangenen Jahr auf das Geschäft mit Erneuerbaren Energien. Jetzt steht der komplette Verkauf der Uniper-Anteile an den finnischen Versorger Fortum an. Das Übernahmeangebot läuft. Das dürfte Eon Anfang 2018 weitere 3,8 Milliarden Euro in die Kasse spülen.

Eon hält noch knapp 47 Prozent an dem Unternehmen und hat bereits zugesagt, dem finnischen Konkurrenten Anfang kommenden Jahres seine Anteile für 22 Euro je Aktie zu verkaufen. Das Uniper-Management wehrt sich bislang aber gegen die Übernahme.

Die Kraftwerkstochter des Eon-Konzerns hatte gestern ihre Bilanz veröffentlicht. Wie erwartet musste Uniper Federn lassen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um ein Viertel auf 952 Millionen Euro, weil der Kraftwerksbetreiber vor einem Jahr noch von besseren Lieferkonditionen mit der russischen Gazprom profitiert hatte.

Eon und Uniper

Eon und Uniper. | Bildquelle: boerse.ARD.de, Grafik: boerse.ARD.de

bs