Fahnen mit Unternehmensschriftzug vor der Eon-Konzernzentrale in Essen

Gewinnwarnung Jetzt hat es auch Eon erwischt

Stand: 12.08.2020, 10:35 Uhr

Bislang schien das Corona-Virus Eon nicht viel anhaben zu können. Doch jetzt muss auch der Energieriese Farbe bekennen und seine Prognose an die neuen Pandemie-Gegebenheiten anpassen.

Das Management des Essener Energiekonzerns wird für 2020 etwas pessimistischer und erwartet nun ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in der Bandbreite von 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss soll bei 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro liegen. Zuvor hatte der Konzern beim operativen Ergebnis noch 3,9 bis 4,1 Milliarden Euro und beim bereinigten Überschuss 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro auf dem Zettel.

Im ersten Halbjahr sank das operative Ergebnis von 2,3 auf 2,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss ging von 1,05 auf 0,933 Milliarden Euro zurück

Kein großer Schock

Der negative Überraschungseffekt scheint sich am Aktienmarkt jedoch einigermaßen in Grenzen zu halten. Das Dax-Papier reagiert mit überschaubaren Kursverlusten auf die Prognosesenkung. Der vorläufige Tagestiefkurs liegt bei 9,71 Euro - ein Minus von 2,2 Prozent in der Spitze.

Die Eon-Aktie war bereits Ende Juli aus ihrem Aufwärtstrend seit März herausgefallen. Zuletzt hatten sich die kritischen Analystenstimmen gehäuft. Immerhin hat es der Dax-Titel wieder zurück in die Pluszone geschafft: Seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von 2,9 Prozent zu Buche.

Schub durch Innogy-Übernahme?

Eon hat sich in den ersten Monaten des Jahres durch die Übernahme der RWE-Tochter Innogy zum reinen Netz- und Vertriebsunternehmen gewandelt. Vor allem das stark regulierte Netzgeschäft verspricht stetige Erträge und stabile Gewinne.

Laut Konzernchef Johannes Teyssen sollen Aktionäre mit einer stetig steigenden Dividende rechnen können.

ag