Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender der Eon AG

Solide Jahreszahlen Eon: Innogy-Deal kostet Arbeitsplätze

Stand: 13.03.2018, 08:31 Uhr

Der Energieversorger Eon hat früher als geplant seine Zahlen für 2017 sowie einen Ausblick auf das laufende Jahr vorgelegt. Anleger und Arbeitnehmer müssen sich auf ein Wechselbad der Gefühle vorbereiten.

Zunächst die guten Nachrichten: die Aktionäre erhalten für das abgelaufene Geschäftsjahr wie erwartet eine Dividende von 30 Cent. Das ist zwar keine üppige Summe, doch für das laufende Jahr 2018 stellt Eon eine Steigerung um 40 Prozent auf 43 Cent je Aktie in Aussicht.

Eon verdient wieder Geld

B5-Moderatorin Yvonne Unger
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Dabei dürfte das Ergebnis (Ebit) in diesem Jahr mit 2,8 bis 3 Milliarden Euro etwas geringer ausfallen als 2017. Im vergangenen Jahr lag das bereinigte Ebit mit 3,1 Milliarden Euro am oberen Rand der Prognose von 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro.

Unterm Strich kehrte Eon in die schwarzen Zahlen zurück. Der Überschuss betrug 1,4 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte Eon aufgrund hoher Abschreibungen noch einen Milliardenverlust verkraften müssen. Mit einer wirtschaftlichen Nettoverschuldung von nur noch 19,2 Milliarden Euro zum Jahresende 2017 hat Eon zudem das selbst gesteckte Verschuldungsziel bereits erreicht.

Ergebnis soll jährlich um bis zu vier Prozent steigen

"Schneller als ursprünglich erwartet haben wir die Lasten der Vergangenheit hinter uns gelassen, die Bilanz deutlich gestärkt und gehen nun aus einer Position der Stärke in die Transaktion mit RWE," erklärte Eon-Chef Johannes Teyssen. Eon will 76,8 Prozent der RWE-Tochter Innogy erwerben. Am Dienstagmorgen erläutern die beiden Versorger ihre Pläne.

Mit dem bestehenden Portfolio - also inklusive des Geschäfts mit Erneuerbaren Energien - will Eon bis 2020 sein Ebit um jährlich durchschnittlich drei bis vier Prozent steigern, beim Ergebnis je Aktie um 5 bis 10 Prozent. "Wir erwarten, dass wir dieses selbst gesetzte Ziel mit der angekündigten Transaktion noch übertreffen können", so das Unternehmen. Gegenüber der bisherigen Mittelfristplanung sollen die Investitionen dafür in den Jahren 2018 bis 2020 um rund 20 Prozent auf insgesamt etwa 9,5 Milliarden Euro angehoben werden.

5.000 Arbeitsplätze fallen weg

Für viele der von der Übernahme betroffenen Arbeitgeber kommt es allerdings knüppeldick. 5.000 der insgesamt 70.000 Stellen des Konzerns sollen wegfallen. Erst im kommenden Jahrzehnt soll wieder Personal eingestellt werden. Durch die Übernahme von Innogy peilt Eon jährliche Synergien von 600 bis 800 Millionen Euro an, die ab 2022 realisiert werden sollen.

lg/nb