Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender der Eon AG
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Dividendenvorschlag bestätigt Eon: Immerhin wächst der Umsatz

Stand: 13.05.2019, 10:10 Uhr

Das Geschäft mit erneuerbaren Energien läuft bei Eon ansprechend, allerdings macht das Kundengeschäft insbesondere in Großbritannien schlapp. Bei der Übernahme von Innogy sieht sich der Energieversorger voll im Zeitplan. Die Aktie schlägt sich wacker.

In einem sehr schwachen Markt legen die Eon-Titel um 0,5 Prozent zu. Mittlerweile gibt es auch erste Expertenreaktionen auf die Bilanz: Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Eon nach Zahlen auf "Neutral" mit einem Kursziel von 10,00 Euro belassen. Der Trend, dass die Stärke bei erneuerbaren Energien die Schwäche im Vertriebsgeschäft aufwiegt, habe sich bei dem Energiekonzern im ersten Quartal fortgesetzt, schrieb Analyst Christopher Laybutt. So habe das Ergebnis in etwa den Erwartungen entsprochen. Den bestätigten Ausblick wertete der Experte als beruhigend.

Rückgänge im Kundengeschäft und sinkende Ergebnisse im Netzgeschäft drückten das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns um 8 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss wurde mit 393 Millionen mehr als halbiert, bereinigt ergab sich ein Minus von elf Prozent auf 650 Millionen Euro.

Im Vergleich zum Berichtszeitraum 2018 lag der Umsatz im ersten Quartal mit 9,2 Milliarden Euro um rund 0,4 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert. Die Jahresprognose bekräftigte der Konzern.

Im Geschäft mit erneuerbaren Energien konnte Eon das Ergebnis dagegen deutlich steigern, das bereinigte Ebit wuchs um 23 Prozent auf 211 Millionen Euro. Der Anstieg resultiere vor allem aus gestiegenen erzeugten Mengen infolge der Inbetriebnahme von Offshore-Windparks in Deutschland und Großbritannien sowie eines Onshore-Windparks in den USA, heißt es in der Mitteilung.

„Solide Entwicklung“

Der Ergebnisrückgang im Geschäft mit Kundenlösungen sei vor allem auf die schwierige Situation in Großbritannien zurückzuführen. Dort führten vor allem die neu eingeführten regulatorischen Preisobergrenzen zu erheblichen Einbußen, teilt das Management mit.

"Abgesehen vom Sonderfall Großbritannien haben wir im Kerngeschäft eine solide Entwicklung gezeigt. Unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2019 können wir deshalb klar bestätigen. Wir erwarten weiterhin ein bereinigtes Ebit im Bereich von 2,9 bis 3,1 Milliarden Euro. Auch für den bereinigten Konzernüberschuss rechnen wir 2019 weiterhin mit einem Ergebnis von 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro. Unseren Dividendenvorschlag von 46 Cent pro Aktie für 2019 bestätigen wir ebenfalls", sagte Finanzvorstand Marc Spieker.

Die geplante Übernahme des Konkurrenten Innogy sieht Eon im Zeitplan und zeigte sich zuversichtlich, die erforderlichen Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte zu erhalten. Die EU-Kommission prüft die Übernahme vertieft und will bis Ende August darüber entscheiden.

ts