Eon Atomkraftwerk Brokdorf
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Die Gewinne sprudeln Eon im Steuerglück

Stand: 09.08.2017, 09:07 Uhr

So gut sah die Bilanz schon lange nicht mehr aus: Eon darf sich über die fette Rückzahlung der jahrelang erhobenen Brennelementesteuer freuen, was mehr als drei Milliarden Euro einbringt.

An der Börse muss die zuletzt stark gelaufene Aktien von Eon allerdings leichte Einbußen einstecken. Sie verliert in den ersten Handelsminuten 0,8 Prozent an Wert. Seit zwei Monaten ist schließlich schon bekannt, dass Eon ein schöner Geldregen erwartet. Das Bundesverfassungsgericht hatte Anfang Juni entschieden, dass die von 2011 bis 2016 kassierte Steuer unvereinbar mit dem Grundgesetz und das entsprechende Gesetz nichtig ist. Eon bekommt daher 3,3 Milliarden Euro vom Finanzamt zurück. Das hat die Eon-Aktie von zuvor 8 Euro zeitweise bis auf 9,15 Euro getrieben.

Die heutigen Kursrückgänge sind mit Gewinnmitnahmen zu erklären. Denn der Halbjahresgewinn des Energiekonzerns fiel noch besser aus als gedacht. Eon verdiente unterm Strich 3,8 Milliarden Euro. Der Dax-Konzern profitierte vom guten Abschneiden der Tochter Uniper und von niedrigeren Zinszahlungen.

Jahresziele bestätigt

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ARD-Börse: Bei Eon sprudeln die Gewinne

Operativ ging das bereinigte Ergebnis (Ebit) jedoch wegen des schwachen ersten Quartals um zwölf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurück. Die Erträge im Ökostrom-Geschäft sanken. Das Vertriebsgeschäft hatte ebenfalls noch mit Einbußen zu kämpfen, wenngleich es sich im zweiten Quartal stabilisierte. Im wichtigen Netzgeschäft lief es aber besser.

Eon bestätigte die Prognose, wonach im Gesamtjahr das bereinigte Ebit bei 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro liegen soll und der bereinigte Überschuss bei 1,2 bis 1,45 Milliarden Euro.

Dividende satt

Eon hat bereits publik gemacht, dass die Aktionäre ab 2018 einen höheren Anteil am Gewinn erhalten. Die Dividendenausschüttungsquote soll auf mindestens 65 Prozent gemessen am bereinigten Konzernüberschuss steigen. Ursprünglich hatte Eon eine Ausschüttung von 50 bis 60 Prozent versprochen.

Für das Geschäftsjahr 2016 gab es eine Bardividende in Höhe von 0,21 Euro je Aktie - die Ausschüttungsquote lag damit bei 45 Prozent. Für 2017 will der Versorger eine fixe Dividende von 30 Cent pro Aktie zahlen.

Weniger Schulden

Die Finanzlage sieht nach dem Bundesverfassungsgerichtsurteil gänzlich anders aus. 2016 hatte der Versorger nach hohen Abschreibungen noch einen Nettoverlust von 16 Milliarden Euro verbucht. Nun stehen also Gewinne an. Der Versorger kann seine Schulden abbauen. Im ersten Halbjahr drückte er sie bereits um rund fünf Milliarden auf 21,5 Milliarden Euro.

Eon-Chef Johannes Teyssen will wieder in die Offensive gehen. "Wir haben den finanziellen Spielraum, um in neues Wachstum zu investieren", sagte der Manager. Der Konzern hatte sich auch mit einer Kapitalerhöhung Spielraum verschafft.

Die Halbjahresbilanz kommt bei Experten gut an. Die Resultate passten zu den positiven Dividendenaussagen, sagte ein Börsianer. Die Gewinnentwicklung sei deutlich besser als erwartet.

bs

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