Fahnen mit Unternehmensschriftzug vor der Eon-Konzernzentrale in Essen
Audio

Prognose bestätigt Eon im grünen Bereich

Stand: 08.08.2018, 11:20 Uhr

Die tiefgreifende Transformation im Zuge der Energiewende lastet immer weniger auf Eon. Der Dax-Konzern kann auf gute Geschäfte im ersten Halbjahr zurückblicken.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg im ersten Halbjahr von 1,8 auf 1,9 Milliarden Euro. In diesem Zeitraum konnte das Energieunternehmen 100.000 neue Haushaltskunden für sich gewinnen. Während die Ergebnisse im Kundengeschäft sowie bei den erneuerbaren Energien stiegen, stagnierte es im Netzgeschäft, das den Löwenanteil zum Ergebnis beiträgt.

Unter dem Strich verdiente Eon mit 2,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr, als noch 3,9 Milliarden erreicht wurden. Das lag an einer Reihe von Sondereffekten. In diesem Jahr erzielte der Dax-Konzern hohe Buchgewinne aus dem Verkauf seiner Anteile an dem Kraftwerksbetreiber Uniper, an Hamburg Gas und Eon Gas Sverige. Im Vorjahr hatte der Dax-Konzern zudem von Milliardenerträgen aus der Erstattung ungerechtfertigt gezahlter Atomsteuern profitiert.

Schuldenberg deutlich verringert

Dank der Verkäufe konnte Eon auch seine Nettoverschuldung um 3,4 Milliarden auf rund 15,9 Milliarden Euro senken. Die Prognose für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern und geht weiter von einem bereinigten Ebit von 2,8 bis 3,0 Milliarden Euro aus. Der bereinigte Konzernüberschuss soll bei 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro liegen.

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,22
Differenz relativ
+0,10%

Trotz überwiegend lobender Worte von Analysten steht der Dax-Titel am Mittwoch unter Druck. Die Aktie verlor am Vormittag rund 1,75 Prozent und blieb damit in der Anfang Juli etablierten Handelsspanne zwischen 9,40 und 10,00 Euro.

Den bereinigten Gewinn steigerte Eon um 19 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Analyst Pierre-Antoine Chaza vom Broker Bryan Garnier wies darauf hin, dass der überraschend hohe bereinigte Gewinn vor allem einem Sondereffekt in der Netzwerksparte geschuldet sei. Diesen herausgerechnet, liege der Gewinn etwa im Rahmen der Erwartungen. Schwach habe Eon in Großbritannien abgeschnitten, dort sei das bereinigte Ebit im Jahresvergleich um fast ein Viertel eingebrochen. Dieses Marktsegment bleibe "eine Herausforderung", so der Experte.

Der Markt konzentriere sich nun aber auf die Übernahme von Innogy, meinte Analyst John Musk von RBC. Eon und RWE wollen Innogy bis Ende 2019 untereinander aufteilen. Eon soll das Netz- und Vertriebsgeschäft von Innogy übernehmen, RWE das Ökostromgeschäft von Innogy und von Eon. Eon hat sich bislang 86,2 Prozent der Innogy-Anteile gesichert.

rtr/dpa/la