Eon-Zentrale in Düsseldorf
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Kräftiger Gewinnzuwachs Eon holt sich neue Energie

Stand: 08.05.2018, 09:09 Uhr

Der Düsseldorfer Versorger ist gut gerüstet für die Neuausrichtung zum Energiedienstleister. Dank zahlreicher gewonnener neuer Kunden hat der Eon im abgelaufenen Quartal operativ fast ein Viertel mehr verdient.

Vor der geplanten Neuordnung der Energiebranche präsentiert sich Eon in guter Form. Im ersten Quartal konnte der Versorger das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) um 24 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro steigern. Analysten hatten im Schnitt mit 1,2 Milliarden Euro gerechnet.

Unter dem Strich stieg der Gewinn gar um 40 Prozent auf 880 Millionen Euro – unter anderem dank des Verkaufs des Hamburger Gasnetzes. Analysten hatten weniger erwartet.

Über 50.000 Neukunden gewonnen

Der Energiekonzern profitierte von einem kräftigen Kundenschub. "Wir haben ein deutliches Wachstum von mehr als 50.000 Kunden erreicht", sagte Finanzchef Marc Spieker. Vor allem im deutschen Markt habe Eon zulegen können. Insgesamt steigerte die Sparte Kundenlösungen ihren Gewinn um 23 Prozent auf 319 Millionen Euro.

Leichtes Wachstum verzeichnete auch das Geschäft mit den erneuerbaren Energien, das Eon im Zuge der Zerschlagung des Versorgers Innogy an den Rivalen RWE weiterreichen will. Dagegen gingen die Ergebnisse in der Netzsparte zurück.

Jahresprognose bestätigt

Der Versorger bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach wird das bereinigte Ebit leicht auf 2,8 bis 3,0 Milliarden Euro sinken. Der bereinigte Konzernüberschuss soll bei 1,3 bis 1,5 Milliarden liegen. Für 2017 wies Eon rund 1,4 Milliarden Euro aus.

Eon äußerte sich zuversichtlich, in den kommenden Monaten die noch fehlenden Freigaben der Kartellbehörden in Europa und Russland für den Verkauf der restlichen Uniper-Anteile an den finnischen Konkurrenten Fortum zu erhalten. Eon würde dafür 3,8 Milliarden Euro kassieren.

Vom Stromerzeuger zum Energiedienstleister

Eon-Chef Johannes Teyssen (l) und RWE-Chef Rolf Martin Schmitz geben sich die Hände

Eon-RWE-Handschlag. | Bildquelle: dpa

Mit den Einnahmen will Vorstandschef Johannes Teyssen den Konzernumbau forcieren. Das Unternehmen will künftig keinen Strom mehr erzeugen und sich auf die Energienetze und das Endkundengeschäft  konzentrieren. Dazu will Eon bis Ende 2019 das Vertriebs- und Netzgeschäft der RWE-Tochter Innogy übernehmen. Kürzlich hatten sich Eon und RWE verbündet, um die RWE-Tochter Innogy zu zerschlagen und ihre Geschäftsfelder neu aufzuteilen. RWE wird sich künftig ganz der Stromproduktion aus konventionellen und erneuerbaren Energien widmen.

Die Eon-Aktie legt im frühen Handel um rund ein Prozent zu. Seit Jahresbeginn haben die Papiere des Versorgers rund 4,5 Prozent gewonnen. Damit hinken sie dem Branchenkollegen RWE deutlich hinterher. Die Papiere des Essener Versorgers haben 2018 ein Plus von über 19 Prozent geschafft.

nb