Eon-Chef Johannes Teyssen (l) und RWE-Chef Rolf Martin Schmitz geben sich die Hände
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Integrieren & Sparen Eon bei Innogy am Ziel

Stand: 30.07.2018, 13:52 Uhr

Der Energiekonzern Eon hat sein Übernahmeangebot für Innogy abgeschlossen. Ab jetzt soll die RWE-Ökostrom- und Netztochter in das Unternehmen integriert werden. Für die Investoren könnte das die Innogy-Titel besonders attraktiv machen.

Bis zum Ende der weiteren Annahmefrist am 25. Juli 2018 entschieden sich rund 9,4 Prozent der Aktionäre für den Verkauf ihrer Innogy-Aktien an Eon, teilte das Unternehmen mit. Einschließlich des RWE-Anteils von 76,8 Prozent werde Eon nach Abschluss der Transaktion rund 86,2 Prozent der Innogy-Aktien halten.

Marc Spieker, CFO von Eon jubelt: „Wir freuen uns sehr, dass wir schon in Kürze gemeinsam mit Kollegen von Innogy die Integrationsplanung vorbereiten können.“ Das Sparpotenzial beziffert Eon auf 600 bis 800 Millionen Euro.

Eon verpasste die möglichen Squeeze-out-Schwellen von 90 und 95 Prozent, bei denen sie die übrigen Aktionäre gegen eine Barabfindung ausschließen kann. Die Eon-Aktie verlor mehr als 1,5 Prozent und war Dax-Schlusslicht.

Wie geht es weiter?

Die Fachleute von Bernstein versuchen eine Prognose. Der Anteil der angedienten Aktien erlaube Eon nun nach deutschem Recht die volle Kontrolle bei Innogy, schrieb Analystin Deepa Venkateswaran. Damit könne der Netzbetreiber und Energiedienstleister nun auch die Synergien heben. Eon werde nun voraussichtlich einen Vertrag zur Beherrschung und Abführung von Gewinnen und Verlusten mit Innogy schließen, so ihre Einschätzung.

Für die Anleger sind das an sich keine schlechten Aussichten. Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge zwischen zwei Unternehmen sind in aller Regel ein Segen für Aktionäre. Aktien von beherrschten Unternehmen bieten für Privatanleger beachtliche Rendite-Chancen. Warum das so ist, lesen Sie hier.

Eon und RWE hatten im März eine umfassende Transaktion rund um Innogy vereinbart. Nach der Übernahme durch Eon erhält RWE das Ökostromgeschäft von Innogy sowie Eon. Eon selbst konzentriert sich ganz auf Netze und Vertrieb.

ts