Autovermieter

Wirbelndes Sixt-Logo

Enterprise/Alamo machen Sixt Konkurrenz Angriff auf Sixt

Stand: 21.11.2016, 09:29 Uhr

Die weltweite Nummer 1 der Autovermieter ist zwar schon seit 20 Jahren in Deutschland aktiv, doch ist Enterprise hierzulande nur wenigen ein Begriff. Das soll sich jetzt ändern, der Autovermieter baut sein Geschäft kräftig aus. Eine ernst zu nehmende Attacke auf Sixt?

Es gibt noch viel zu tun für den weltgrößten Autovermieter mit seinen Marken Alamo, Enterprise und National. Die Amerikaner sind zwar seit 1997 auf deutschen Straßen unterwegs und bieten inzwischen an 160 Standorten ihre Wagen an. Doch die meisten Deutschen kennen den Autovermieter höchstens aus dem Urlaub. Das merkt Enterprise auch am Portemonnaie. Das Deutschland-Geschäft schleppte sich dahin, noch nie konnte der US-Konzern hierzulande einen Gewinn einfahren. Auf knapp 250 Millionen Euro summieren sich inzwischen die Verluste. Dank des brummenden US-Geschäfts war das zu schultern.

Doch jetzt wechselt Alamo auf Angriff. Der US-Konzern geht in Deutschland und Europa mit mehr Werbung, neuer Führung und einer europaweiten Expansion in die Offensive. Das US-Unternehmen will sein Geschäft wie seinen Marktanteil ausbauen, berichtete die "Welt am Sonntag". Die Zeitung beruft sich auf Angaben aus dem Familienkonzern. Im kommenden Jahr werde ein zweistelliges Umsatzplus in Deutschland erwartet.

2015 war der Deutschland-Umsatz des Konzerns dem Bundesanzeiger zufolge um gut sechs Prozent auf knapp 400 Millionen Euro gestiegen.

Konter auf Sixt-US-Kurs

Branchenkenner bewerten den Expansionskurs als Angriff auf Sixt. Denn der größte deutsche Autovermieter hatte vor fünf Jahren seine erste Vermietstation in den USA eröffnet. Doch Sixt war ungleich erfolgreicher. Denn die Münchener haben dort bereits über 60 Stationen. Langsam kommen sie in die Nähe der Gewinnschwelle, im nächsten Jahr könnte sie überschritten werden.

In Deutschland ist Sixt unangefochten die Nummer 1. Doch global betrachtet reichen die Münchener nicht an den US-Konzern heran. Enterprise ist vom Umsatz her etwa zehn Mal so groß wie Sixt.

Höhere Sixt-Prognose

Es läuft aber gut für Sixt. Vorige Woche hat der Konzern wegen des brummenden Auslandsgeschäfts seine Prognose für 2016 angehoben. Für das Gesamtjahr rechnet das Familienunternehmen nun mit einem Vorsteuergewinn von mindestens 200 Millionen Euro. Im Vorjahr kamen die Pullacher auf gut 185 Millionen Euro.

Die Einnahmen aus Vermietung und Leasing würden von zuletzt knapp zwei Milliarden Euro deutlich zulegen, hieß es. Bisher war Sixt bei Umsatz und Gewinn von allenfalls leichten Zuwächsen ausgegangen. Im dritten Quartal war der operative Umsatz binnen Jahresfrist um sechs Prozent gewachsen, der Gewinn vor Steuern legte dank hoher Auslastung in den Sommermonaten und gesunkener Refinanzierungskosten um gut 14 Prozent auf 90 Millionen Euro zu.

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