Elon Musk präsentiert den 2020 Roadster und Tesla Semi
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Der Tesla-Chef und das Model 3 Elon Musk: Wir schaffen das

Stand: 06.06.2018, 07:56 Uhr

Für Tesla-Chef Elon Musk waren die zurückliegenden Monate die schrecklichste Zeit seines Lebens. Doch seinen Aktionären verspricht er, bis Ende Juni sein Produktionsziel beim Model 3 zu erreichen.

Musk hält es für "ziemlich wahrscheinlich", dass der Elektroautobauer bis Ende Juni sein Produktionsziel von wöchentlich 5.000 Autos vom neuen "Model 3" erreicht. Musk sagte am Dienstag auf der Hauptversammlung im kalifornischen Mountain View, im Moment liege die Kapazität bei 3.500 Autos pro Woche. "Das waren die schrecklichsten paar Monate, die ich je erlebt habe, aber ich glaube, wir kommen hin", sagte Musk den Aktionären.

Gegenüber den Aktionären räumte Musk Schwierigkeiten ein und gab zu: "Wir haben viele Fehler bei der Model-3-Produktion gemacht." Doch inzwischen seien große Fortschritte gemacht worden, so dass Tesla bis Juni sein bereits mehrfach verschobenes Ziel einer wöchentlichen Produktionskapazität von 5.000 Stück schaffen könne. Das hatte sich Tesla eigentlich schon für Ende 2017 vorgenommen.

Aktionäre stärken Musk den Rücken

Zuvor hatte die Versammlung drei hochrangige Manager im Amt bestätigt und einen Antrag abgeschmettert, dem CEO Musk sein zweites Amt als Vorsitzender des obersten Tesla-Führungsgremiums zu nehmen und damit die Macht des schillernden Tech-Milliardärs im Unternehmen einzuschränken.

Die Investoren lehnten den Vorschlag ab, Musk die gleichzeitige Führung des Verwaltungsrats und des Vorstands zu verbieten. Auch blieb eine Initiative erfolglos, mit der die Wiederwahl von drei seiner Vertrauten - darunter Musks Bruder Kimbal - als Verwaltungsräte verhindert werden sollte. Am Markt kam das gut an, die Aktie drehte nachbörslich leicht ins Plus. Insgesamt jedoch macht sich am Aktienmarkt Skepsis breit: Nachdem es lange nur bergauf ging, sieht es nicht mehr so gut aus - die Tesla-Aktie ist im Jahresvergleich um 17 Prozent gesunken.

Umstrittener Elon Musk

Besucher der Model-3-Präsentation fotografieren den neuen Tesla

Tesla Model 3. | Bildquelle: picture alliance / Justin Pritchard/AP/dpa

Tesla hatte in der Vergangenheit mit Schwierigkeiten beim Fertigungsanlauf des "Model 3" zu kämpfen, von dessen Erfolg die langfristigen Gewinnaussichten des Unternehmens abhängen. Der Konzern könnte nach Ansicht von Analysten Kapitalbedarf haben. Musk selbst hat eine Kapitalerhöhung für dieses Jahr ausgeschlossen.

Musk, der von seinen Anhängern angehimmelt und von Kritikern als Hochstapler bezeichnet wird, hatte in den vergangenen Monaten mit etlichen negativen Schlagzeilen zu kämpfen. Unfälle mit dem Fahrassistenzprogramm "Autopilot" sorgten wiederholt für Aufsehen, Probleme bereitet aber vor allem der stockende Start der Serienfertigung des Hoffnungsträgers Model 3. Musk wirkte zuletzt zunehmend gereizt, bei einer Konferenzschalte kanzelte er nach Vorlage der Quartalszahlen Analysten ab, deren Fragen er langweilig und "nicht cool" fand. Bei Twitter wetterte er kürzlich gegen die "großen Medien" und angeblich unfaire Berichte.

lg

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Die wichtigsten Stationen im Leben von Elon Musk Erst gemobbt, dann vergöttert

Klein-Elon Musk mit Telefonhörer

Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.