Tesla-Chef Elon Musk

Elon Musk hat China im Visier Tesla-Chef wendet sich an Trump

Stand: 09.03.2018, 11:31 Uhr

Tesla-Chef Elon Musk will bekanntlich auch im Reich der Mitte durchstarten. Politische Hemmnisse soll jetzt Präsident Donald Trump aus dem Weg räumen. Das passt derzeit gut in die Landschaft.

Denn Musk kritisiert insbesondere die hohen Einfuhrzölle von 25 Prozent, die China auf importierte Autos legt. Aber das ist nicht sein einziges Problem: Bei den Verhandlungen mit den Chinesen über den geplanten Bau eines Werks im Reich der Mitte pocht er darauf, über die Werke weiter die Kontrolle zu behalten.

Elon Musk stellt am 28. 7. 2017 den neuen Tesla Model 3 vor

Elon Musk stellt den neuen Tesla Model 3 vor. | Bildquelle: picture alliance / Andrej Sokolow/dpa

Eine verfahrene Situation, denn genau das will die chinesische Seite nicht. Große Hersteller müssen in China einen industriellen Partner haben, der substanziellen Einfluss auf die Geschäfte hat. Die Chinesen sind vor allem am technischen Wissen ihrer westlichen Partner interessiert, wie auch die zahlreichen gezielten Zukäufe in Deutschland zeigen. Im Gegenzug öffnet sich für diese der größte Markt der Welt mit 1,4 Milliarden Menschen.

Trump soll es richten

Eine reizvolle Perspektive, natürlich auch für Tesla. Für Musk liegt es da nahe, sich an Präsident Trump zu wenden, der in Sachen ausländische Handelspartner gerade das Kriegsbeil ausgegraben hat. Er beschwert sich, passenderweise per Twitter: "Es ist, wie wenn man mit Bleischuhen an einem olympischen Wettlauf teilnehmen würde."

Es herrsche eine ungleiche Behandlung zwischen amerikanischen Autobauern in China und chinesischen Herstellern in den USA, twitterte Musk weiter und erklärte, er wolle nur ein faires Ergebnis, idealerweise mit gleichen moderaten Zöllen und Regelungen. Tesla verhandelt schon länger mit den Chinesen über den Bau einer Fabrik in Shanghai.

Tesla Model S

Tesla Model S. | Bildquelle: Unternehmen

Die Botschaft dürfte beim Präsidenten gut angekommen sein. Diesem ist das große Handelsdefizit mit China schon lange ein Dorn im Auge, wie er angesichts der jüngsten Zollmaßnahmen auf Stahlprodukte gewohnt lautstark zu Protokoll gegeben hat. Er nahm Musks Vorlage dankend auf, indem er darauf hinwies, dass Importautos in China mit 25 Prozent, umgekehrt chinesische Autos in den USA nur mit 2,5 Prozent besteuert würden. "Das muss sich ändern", sagte Trump.

Die Investoren werden vorsichtiger

Die Börse ist Musk viele Jahre lang gefolgt, obwohl der E-Autobauer immer noch tief in den roten Zahlen steckt. Eine Börsenbewertung von derzeit rund 44 Milliarden Dollar drückt dies aus. Zuletzt scheinen die Investoren aber vorsichtiger zu werden. Kann Tesla seine ehrgeizigen Produktionsziele, vor allem für das Massenmodell 3, halten? Zudem schläft die Konkurrenz nicht, auch die anderen großen Hersteller sind mittlerweile aufgewacht.

Die Tesla-Aktie konsolidiert derzeit an der Nasdaq nach dem Abstieg im Oktober auf hohem Niveau in einer Spanne zwischen 310 und 350 Dollar. Jahreshochpunkte gab es im Juni und September bei Kursen über 380 Dollar. Im Juni endete der bisher letzte stärkere Anstieg, der nach der Wahl von Donald Trump Ende 2016 begann. Kann Trump auch dieses Mal der Aktie wieder auf die Beine helfen? Am Donnerstag gab das Papier knapp ein Prozent nach auf 329,10 Dollar.

rm

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Tesla Semi

Tesla Semi
Unter großem Pomp enthüllte Tesla-Chef Elon Musk im November den lang erwarteten E-Lkw Semi. So soll das Fahrzeug auch mit voller Ladung von 40 Tonnen eine Reichweite von rund 800 Kilometern erreichen, sagte Musk. Zuletzt sprach Musk sogar von bis zu 965 Kilometern. Die Produktion werde im Jahr 2019 beginnen.

Der Basispreis für das 500-Meilen-Modell soll bei 180.000 Dollar liegen. Der Sattelschlepper hat vier Motoren - und Tesla verspricht, dass er pannenfrei eine Million Meilen (1,6 Millionen Kilometer) schaffen kann.