Elon Musk

Dramatik pur Elon Musk: Tesla stand kurz vor dem Tod

Stand: 26.11.2018, 11:05 Uhr

Tesla-Chef Elon Musk hat bisher ein extrem aufreibendes Jahr gehabt, das ihn auch persönlich an seine Grenzen gebracht hat. Denn der E-Auto-Bauer ist im September nur knapp an der Pleite vorbeigeschrammt. Einblicke in das Seelenleben eines ungewöhnlichen Menschen.

„Dieses Jahr war unglaublich schmerzhaft, das schlimmste Jahr meiner Karriere“, sagte Musk jüngst der „Welt“. Inzwischen arbeite er wieder 80 bis 90 Stunden pro Woche, es habe in diesem Jahr aber auch Wochen mit 120 Arbeitsstunden gegeben.

„Man muss ein bisschen durchdrehen, wenn man 120 Stunden pro Woche arbeitet“, gab er zu – und räumte dadurch auch Fehler ein. So der missglückte Tweet über seine Gedankenspiele, Tesla von der Börse zu nehmen. Was ihm postwendend reichlich Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC und Investoren eingebracht hat.

Kurz vor dem Aus

Hintergrund der Arbeitsexzesse war das drohenden Aus des Autobauers im dritten Quartal. Denn durch die hochgefahrene Model-3-Produktion mit all ihren Problemen habe das Unternehmen „wie verrückt Geld verloren“, gab Musk in einem Interview mit der amerikanischen Web-Seite „Axios“ am Sonntag zu.  

Zur Erinnerung: Das Model 3 ist das erste serienmäßig gebaute Elektrofahrzeug mit einem Produktionsziel von 5.000 Fahrzeugen pro Woche.

Tesla Model 3

Tesla Model 3. | Bildquelle: Imago

Aber der bis an die Grenze des menschlich möglichen gehenden Arbeitseinsatz von Musk und seinen Mitarbeitern scheint sich gelohnt zu haben. Denn im abgelaufenen Quartal hat  Tesla mit 311,5 Millionen Dollar den höchsten Quartalsgewinn überhaupt ausgewiesen. Die wöchentliche Produktionsrate lag zum Quartalsende schon bei 5.300 Stück. Musk selbst sprach von einem „historischen Quartal“ und erklärte, man sei „über den Berg“.

Entsprechend gibt sich Musk auch beim Blick in Teslas Zukunft selbstbewusst. Vor allem beim Thema "Autonomes fahren" sieht er Tesla allen anderen Konkurrenten weit voraus. Denn autonomes Fahrens sei ein Softwareproblem und da seien Daimler, BMW und VW nicht so gut. Lediglich die Google-Tochter Waymo sieht er ebenfalls gut aufgestellt.

Bald auf den Mars

Musk wäre auch nicht Musk, wenn er nicht schon neue Pläne schmieden würde - natürlich nichts Gewöhnliches. „Mit 70-prozerntiger Wahrscheinlichkeit fliege ich in meinem Leben noch auf den Mars“, so der in Südafrika geborene Musk. Dort will er dann nicht mehr oder weniger als eine Kolonie gründen.

Die Börse hatte einen guten Riecher

Nicht nur Musk war am Ende seiner Kräfte, auch die Aktionäre haben starke Nerven gebraucht. Anfang Oktober markierte die Tesla-Aktie an der Nasdaq nämlich bei 250 Dollar ihr noch Jahrestief, nachdem sie noch im August bei fast 380 Dollar den höchsten Stand des Jahres erreicht hatte.

Das Tesla-Papier hat sich mittlerweile an der Nasdaq bei Kursen um 340 Dollar stabilisiert. So mancher Investor hat mittlerweile eine bessere Meinung zu Tesla. Am Freitag ging es allerdings in einem schwachen Gesamtmarkt um 3,65 Prozent bergab auf 325,83 Dollar. Für den Wochenstart wird eine Gegenbewegung erwartet.

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Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.

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Google Car

Google Car
Im Mai 2014 sorgte der Internet-Riese mit seinem futuristischen kugelrunden "Google Car" für Furore. Das Roboter-Auto kam ganz ohne Lenkrad aus. 100 Fahrzeuge des Prototyps wurden gebaut und in den USA getestet. Wann und ob das Roboter-Auto von Google in den Handel kommt, ist noch unklar. "Apple und Google wollen nicht Autobauer werden, sondern sie sehen die Möglichkeit, Dienste in Fahrzeugen anzubieten", sagte dazu jüngst Renault- und Nissan-Chef Carlos Ghosn.

rm