Paul Singer

Aktie zieht deutlich an Singer-Einstieg bringt Gea auf Trab

Stand: 11.10.2017, 11:47 Uhr

Das Engagement des amerikanischen Investors Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott beim Anlagenbauer Gea elektrisiert die Börse. Das Papier aus dem MDax kann einen Fantasieschub auch gut brauchen.

Denn obwohl die Aktie heute mit einem deutlichen Plus von über sechs Prozent den Index der mittelgroßen Werte anführt, haben die Aktionäre des Düsseldorfer Unternehmens zuletzt wenig Freude an ihrem Papier gehabt. Erst im Juli wurde eine Gewinnwarnung ausgesprochen, so richtig erholt sich die Aktie davon bisher nicht. Der Verlust in den vergangenen zwölf Monaten liegt derzeit bei rund 20 Prozent. Im gleichen Zeitraum legte der MDax hingegen um rund 21 Prozent zu.

Singer sieht Potenzial

MDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.377,37
Differenz relativ
-0,20%

Kommen nun besser Zeiten? Fakt ist, dass mit Paul Singer nunmehr der zweite Finanzinvestor nach dem Belgier Albert Frere an Bord ist. Am Vorabend war bekannt geworden, dass Singer mit seinem Hedgefonds Elliott die Meldeschwelle von drei Prozent am Unternehmen übersprungen hat.

Zentrale der Gea Group in Düsseldorf

Zentrale der Gea Group in Düsseldorf. | Bildquelle: Unternehmen

Singer, der zuletzt auch beim Pharmahersteller Stada oder der niederländischen Chemiegröße Akzo Nobel mitmischte, gilt als sogenannter aktivistischer Investor. Dies bedeutet, dass er in der Regel versucht, aktiv Einfluss auf das Management und damit auf die Strategie der Firma zu nehmen. Das Gea-Management um Firmenchef Jürg Oleas äußerte sich bisher nicht zum Einstieg.

Gea-Group-Chef Jürg Oleas

Gea-Group-Chef Jürg Oleas. | Bildquelle: Unternehmen

Offizielle Äußerungen gab es auch von Elliott bisher nicht. Allerdings äußerten sich mit der Angelegenheit vertraute Personen dergestalt, dass Elliott einen Strategieschwenk oder eine Zerschlagung des Unternehmens nicht beabsichtige und auf einen konstruktiven Dialog mit Oleas setze. Der Konzern könne stärker expandieren und seine Margen verbessern. Für Aktienrückkäufe im Volumen von bis zu 500 Millionen Euro bestehe zudem Spielraum. Zunächst also, so scheint es, lässt es Singer ungewöhnlich defensiv angehen.

An der Börse jedenfalls dürfte das Gea-Papier in der nächsten Zeit wieder stärker ins Blickfeld rücken. "Das ist jetzt schon der zweite Hedgefonds bei Gea, das dürfte den Aktie weiteren Aufwind geben", sagte ein Händler. Gea ist ein Spezialmaschinenbauer, dessen Kunden hauptsächlich aus der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie kommen. Der Streubesitz liegt bei rund 60 Prozent, neben Singer und Frere sind zahlreiche weitere institutionelle Investoren am Unternehmen beteiligt.

rm