Lucid Motors-Prototyp

Das Kapital ist flüchtig Elektroautos: Die Saudis mögen nicht nur Teslas

Stand: 20.08.2018, 10:07 Uhr

Der von Tesla als Geldgeber beim Börsenrückzug erhoffte saudi-arabische Staatsfonds prüft Insidern zufolge den Einstieg bei einem Konkurrenten des Elektroautobauers, berichtet Reuters. Was haben die Saudis vor?

Es gebe Gespräche über eine Beteiligung am aufstrebenden US-Hersteller Lucid Motors, sagten mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ob es zu einer Einigung komme, sei offen. Der Staatsfonds PIF und Lucid Motors hätten Bedingungen zusammengestellt, unter denen die Saudis mehr als eine Milliarde Dollar in den Elektroautobauer investieren und die Mehrheit übernehmen könnten.

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Wie einer der Insider über die Beratungen mit Lucid Motors sagte, könnten die Saudis in einem ersten Schritt 500 Millionen Dollar investieren. Später solle immer dann Geld fließen, wenn bestimmte Meilensteine in der Produktion erreicht würden. Der Staatsfonds und Lucid Motors waren Reuters zufolge zunächst nicht für Stellungnahmen zu erreichen.

Und was wird aus Tesla?

Die Nachricht kommt deshalb überraschend, weil der mit fast fünf Prozent an Tesla beteiligte saudische Staatsfonds auch von Tesla-Chef Elon Musk als Geldgeber beim Börsenrückzug ins Gespräch gebracht wurde. Zusagen gebe es aber noch nicht. Die Frage ist also, ob der Staatsfonds eventuell beide Geschäfte durchführen wird, oder ob eins das andere ausschließt.

Wie Reuters ausführt, seien die Ressourcen des PIF trotz seines Volumens von 250 Milliarden Dollar letztlich begrenzt, da er zuletzt substantielle Investitionen in anderen technologischen Bereichen getätigt habe.   

Lucid Motors-Prototyp

So sieht ein Lucid Motors aus.... | Bildquelle: Unternehmen

Wer ist Lucid Motors?   

Der US-Elektroautobauer Lucid Motors wurde von einem früheren Tesla-Manager gemeinsam mit einem Kompagnon gegründet und verkauft noch keine Fahrzeuge. 2016 zeigte Lucid Motors einen Prototyp für ein 100.000-Dollar-Modell, das ab Ende 2018 gebaut werden soll. Auch wenn noch nicht klar ist, wann das Auto verfügbar ist, können Kunden es bereits gegen Anzahlung bestellen.

Technologiechef von Lucid Motors ist ein ehemaliger Tesla-Manager, der bei dem Elektroautopionier für das Model S verantwortlich war, von der Idee bis zum Produktionsstart.

Tesla Model S

...und das ist Teslas Model S. | Bildquelle: Unternehmen

Musk unter Druck

Derzeit geht die US-Börsenaufsicht SEC dem Verdacht nach, dass Tesla Informationspflichten verletzt haben könnte, und hat einem Medienbericht zufolge den Vorstand zum Rapport vorgeladen. Neben den Margenproblemen mit dem Modell 3 des Elektroautobauers soll Elon Musk auch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben. Musk gestand der „New York Times“ vor wenigen Tagen in einem Interview ein, dass er von Arbeitsstress überwältigt sei und bis zu 120 Stunden pro Woche gearbeitet habe.