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Telekom-Aktien gefragt 1&1 Drillisch im 5G-Rausch

Stand: 13.06.2019, 17:40 Uhr

Endlich ist der Hammer in der 5G-Auktion gefallen. Immerhin knapp 6,6 Milliarden Euro haben die Bieter für den neuen 5G-Standard auf den Tisch gelegt, deutlich mehr als erwartet. Wie reagieren die Aktien der Beteiligten an der Börse?

Zur Eröffnung profitierten vor allem die beiden Aktien des "Neulings" auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt, der 1&1 Drillisch AG und ihrer Muttergesellschaft United Internet. Drillisch-Papiere legten zeitweise über neun Prozent zu, büßten dann aber im Tagesverlauf fast komplett ihre Gewinne wieder ein. United Internet stiegen zeitweise auch kräftig, schlossen dann 1,4 Prozent höher.

"Die Auktion hat sicher länger gedauert als jeder erwartet hatte, und der Preis lag am Ende 1,5 Milliarden höher als von uns geschätzt", erklärte Analystin Nizla Naizer von der Deutschen Bank. Alle Augen seien nun auf Drillisch gerichtet, die bislang noch nicht allzu viele Details über ihre Pläne veröffentlicht hätten.

Die Aktien der anderen an der Auktion beteiligten etablierten deutschen Telekomaktien notierten uneinheitlich. Während die T-Aktie bis zum Abend ins Minus drehte, gewann die im TecDax enthaltene Aktie von Telefonica Deutschland (O2 und E-plus) gut 1,4 Prozent. Die Vodafone-Titel gaben 0,5 Prozent nach.

Börsianer sprachen von Erleichterung über das Ende. Sie mache sich vor allem bei 1&1 Drillisch als neuem Mitspieler unter den Großen bemerkbar, dessen Aktien im Laufe der Auktion besonders gelitten hätten.

"Der Neue"

Denn trotz des Kurssprungs am Morgen sind die Papiere von 1&1 Drillisch und United Internet noch weit von ihren Höchstständen von vor gut einem Jahr entfernt. Anleger hatten sich gesorgt, dass die vom Medienunternehmer Ralph Dommermuth maßgeblich kontrollierte(n) Gesellschaft(en) sich angesichts der milliardenschweren Belastungen verheben könnten und sich von den Papieren getrennt. Schließlich steht nun der teure Aufbau der entsprechenden Infrastruktur an.

An 1&1 Drillisch hält United Internet 73,29 Prozent, an United Internet wiederum ist Dommermuth mit 40 Prozent beteiligt und damit größter Einzelaktionär. 37,8 Prozent der United Internet-Aktien sind im Streubesitz, der Rest liegt bei institutionellen Investoren.

rm/ nb