Sensirion

IPO von Sensirion Ein neuer Schweizer Börsenstar?

Stand: 22.03.2018, 10:58 Uhr

IPO-Euphorie an der Schweizer Börse: Nach dem Traum-Debüt von Asmallworld, dem "Facebook für Reiche", ist am Donnerstag auch der Sensorhersteller Sensirion mit deutlichen Gewinnen in den Handel gestartet.

Der erste Kurs an der Schweizer Börse SIX lag bei 47 Schweizer Franken – das ist ein Plus von über 20 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis. Die Firma aus Stäfa am Zürichsee, deren Gas- und Flüssigkeitssensoren in Autos, Mobiltelefonen, Krankenhäuser oder petrochemischen Anlagen zum Einsatz kommen, hatte die Papiere zu 36 Franken ausgegeben. Damit wurde die Preisspanne, die von 28 bis 36 Franken reichte, voll ausgereizt.

Insgesamt wurden 9,33 Millionen Aktien platziert. Die meisten davon stammten von Mehrheitsaktionär Gottlieb Knoch. Zusätzlich wurden neue Aktien im Umfang von rund 55 Millionen Franken emittiert. Mit den Erlösen aus dem Börsengang soll die Expansion des Unternehmens finanziert werden.

Sensoren für Autos und Handys

Sensirion produziert Gas- und Flüssigkeitssensoren, die in Autos, Mobiltelefonen, Krankenhäuser oder petrochemischen Anlagen zum Einsatz kommen. Zu den Wettbewerbern von Sensirion zählen Robert Bosch sowie Honeywell und Silicon Labs aus den USA. Die 20 Jahre alte Firma steht in Besitz der Gründer Moritz Lechner und Felix Mayer sowie mehrerer Investoren.

2017 kletterte der Umsatz von Sensirion auf 148 Millionen Franken. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 26 Millionen Franken. In diesem Jahr will der Sensorhersteller die Erlöse um 15 bis 18 Prozent steigern. Für die nächsten Jahre wird ein Wachstum von 10 bis 15 Prozent und eine Marge von bis 20 Prozent angepeilt.

Eine Welle von Börsengängen

Bereits am Dienstag legte das soziale Netzwerk Asmallworld einen glänzenden Börsenstart hin. Die Aktien schossen um rund 50 Prozent nach oben. Das Unternehmen gilt als eine Art "Facebook für Reiche".

Die IPO-Welle an der Schweizer Börse geht in den nächsten Tagen weiter. Am Freitag wird das Medtech-Unternehmen Medartis seinen Börsengang durchführen. Die Aktien werden zu 48 Franken platziert. Das Basler Unternehmen hatte die Titel zu 44 bis 54 Franken angeboten.

Am kommenden Dienstag ist dann der Airline-Caterer Gategroup an der Reihe. Der hoch verschuldete chinesische HNA-Konzern bringt den bislang größten Schweizer Börsengang des laufenden Jahres auf den Weg. Er soll den Chinesen, die auch an der Deutschen Bank beteiligt sind, bis zu 1,3 Milliarden Franken in die Kassen spülen.

nb