Eine Frau schiebt einen vollen Einkaufswagen an einem Edeka-Logo vorbei

Weitere Markenprodukte verbannt Edeka weitet Nestlé-Boykott aus

Stand: 06.04.2018, 11:48 Uhr

Der Streit zwischen Edeka und Nestlé verschärft sich: Die deutsche Supermarktkette will jetzt noch mehr Produkte des Lebensmittel-Riesen aus dem Sortiment nehmen.

Seit ein paar Wochen gibt es in einigen deutschen Edeka-Märkten keine Maggi-Suppen, Thomy-Mayonnaise und Kitkat-Schokoriegel mehr. Der größte deutsche Lebensmittelhändler hat die Bestellung von 163 Nestlé-Produkten gestoppt.

Nun drohen noch mehr Waren aus dem Nestlé-Sortiment zu verschwinden. Laut einem Bericht der "Lebensmittel-Zeitung" hat Edeka seine gut 5.900 Filialen aufgefordert, weitere Artikel des weltgrößten Nahrungsmittelherstellers aus den Regalen zu nehmen.

Fast ein Drittel des Deutschland-Umsatzes betroffen

Die vom Bestell-Boykott betroffenen Produkte würden mindestens 30 Prozent des Umsatzes von Nestlé in Deutschland ausmachen, schreibt die "Lebensmittel-Zeitung". Bisher lag der Anteil bei 20 Prozent.

Mit dem Bestellstopp will die Supermarktkette bessere Einkaufskonditionen durchboxen. Andere Ketten wie Rewe bekämen günstigere Konditionen, wirft Edeka Nestlé vor. Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" weigern sich angeblich die Nestlé-Manager, sich an Dauer-Werbeaktionen von Edeka direkt zu beteiligen und Aufpreise für eine bessere Regal-Platzierung in den Edeka-Märkten zu bezahlen.

Im Kampf gegen Nestlé hat sich Edeka mit europäischen Händlern verbündet. Gemeinsam mit ihren fünf Partnern der europäischen Händlerallianz Agecore, zu der die französische Intermarché-Kette und die schweizerische Coop-Gruppe zählen, haben die Hamburger Ende Februar den Boykott begonnen.

Nestlé bleibt hart

Bisher zeigt sich Nestlé-Chef Mark Schneider unnachgiebig. "Wir bleiben im Gespräch und hoffen, dass wir eine vernünftige Lösung finden", sagte er kürzlich der "Neuen Zürcher Zeitung"

Die Aktie von Nestlé kommt am Freitag nicht vom Fleck. Seit Jahresbeginn hat der Titel des Schweizer Nahrungsmittelriesen rund zehn Prozent eingebüßt. Der Boykott in mehreren europäischen Supermarkt-Ketten könnte Nestlé hart treffen. Der Schweizer Nahrungsmittelriese macht laut "Lebensmittel-Zeitung" mehr als zehn Prozent des Europa-Umsatzes in den Läden der Agecore-Händler.

Im vergangenen Jahr ließ die Wachstumsdynamik bei Nestlé nach. Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller legte nur noch organisch um 2,4 Prozent zu. Im vierten Quartal betrug das Wachstum sogar noch 1,9 Prozent.

nb