Schild mit Ebay-Schriftzug vor der Unternehmens-Zentrale in San José

Prognose angehoben Ebay: Das Geschäft brummt

Stand: 29.07.2020, 10:15 Uhr

Acht Millionen neue Kunden hat Ebay in den drei Monaten bis Ende Juni hinzugewonnen. Die Geschäfte laufen so gut, dass der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben hat.

Danach rechnet das Auktionshaus nun mit einem Nettoumsatz im Gesamtjahr zwischen 10,56 und 10,75 Milliarden Dollar - zwölf bis 14 Prozent mehr als zunächst angenommen. Auch im dritten Quartal dürfte es besser laufen als von Analysten erwartet wird.

Im zweiten Quartal legte der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 18 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen am Abend nach US-Börsenschluss mitteilte. Experten hatten 2,8 Milliarden Dollar erwartet. Weil im Kampf gegen das Coronavirus Geschäfte geschlossen wurden, kauften viele Verbraucher stattdessen im Internet ein. Das gesamte abgewickelte Verkaufsvolumen der Plattform kletterte um 26 Prozent auf 27,1 Milliarden Dollar.

Gewinn steigt um 85 Prozent

Acht Millionen neue Kunden seien in den drei Monaten bis Ende Juni hinzugekommen, verkündete Ebay-Chef Jamie Iannone. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 740 Millionen Dollar, das waren 85 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit Kursgewinnen, drehte dann jedoch ins Minus,obwohl die Zahlen deutlich über den Prognosen lagen.

Marktexperten sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem sich die Aktie seit ihrem Jahrestief im März zeitweise mehr als verdoppelt hatte. Vergangene Woche hatte Ebay unter dem Druck der aktivistischen Investoren Elliott Management und Starboard Value seine Kleinanzeigensparte an die norwegische Adevinta für 9,2 Milliarden Dollar verkauft.

Das Ebay-Management hatte sich lange gegen die Aufspaltung des Unternehmens gewehrt. Im September vergangenen Jahres war Konzernchef Devin Wenig deshalb zurückgetreten. Kurz danach hatte Ebay dann den Ticket-Marktplatz Stubhub für vier Milliarden Euro an den Schweizer Konkurrenten Viagogo verkauft. Doch das reichte den aktivistischen Investoren offenbar nicht.

Größtes Portal der Welt schmieden

Nun ist also die Aufspaltung des Konzerns vollzogen. Ebay wird im Gegenzug zum Großaktionär des norwegischen Konzerns. Denn Adevinta will den Großteil des Kaufpreises mit neuen eigenen Aktien bezahlen. Nur 2,5 Milliarden Dollar soll Ebay in bar erhalten. Zugleich steigt der US-Konzern mit einer Beteiligung von 44 Prozent zum neuen Großaktionär von Adevinta auf - und bleibt auf diese Weise auch an dem Anzeigengeschäft beteiligt. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen den größten Kleinanzeigen-Markt der Welt schmieden, der in 20 Staaten mit rund einer Milliarde Einwohnern vertreten ist.

Ebays Anzeigensparte ist bisher in 13 Ländern vertreten, Adevinta in 15. Das Anzeigengeschäft ist einer der letzten verbliebenen Geschäftsteile abseits des Kerngeschäfts, nachdem Ebay bereits im vergangenen Jahr seine Ticketbörse StubHub verkauft hatte.

lg/rtr/dpa-afx