Schild mit Ebay-Schriftzug vor der Unternehmens-Zentrale in San José
Audio

Prognose gekappt Wachstumsknick bei Ebay

Stand: 19.07.2018, 09:05 Uhr

Erwartungen leicht enttäuscht: Die Aktie des Online-Händlers verbuchte bereits im nachbörslichen US-Handel klare Verluste. Die Quartalsergebnisse liegen unter den Prognosen, und Ebay unterbietet sich mit dem Ausblick selbst.

Hohe Ausgaben für Werbung und Investitionen über die Überarbeitung seiner Internet-Plattform führte das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss als Begründung für den gesenkten Umsatzausblick an. Die Erlöse sollen im Gesamtjahr nun nur noch 10,75 bis 10,85 Milliarden Dollar erreichen. Bisher hatte sich Ebay 10,9 bis 11,1 Milliarden Dollar zugetraut.

Die Konkurrenz im Nacken

Bereits im abgelaufenen zweiten Quartal stiegen die Erlöse zwar um gut neun Prozent auf 2,64 Milliarden Dollar. Das war allerdings bereits weniger als im Vorquartal, als der Umsatz noch um zwölf Prozent zulegte. Ebay litt wieder deutlicher unter der harten Konkurrenz, die dem Konzern mit Amazon oder auch dem chinesischen Rivalen Alibaba gegenüber steht.

Die Kundenbasis wuchs nach Unternehmensangaben im Quartal um vier Prozent auf 175 Millionen "aktive Käufer". Auf dem Marktplatz des Unternehmens wurden im Berichtszeitraum Waren im Wert von 22,6 Milliarden Euro umgesetzt.

Netto verdiente Ebay 533 Millionen Dollar, das ist ein Plus von 7,7 Prozent auf 533 Millionen Dollar. Auch damit erreichte der US-Konzern nicht die Erwartungen. Die operative Marge ging von 19,8 auf 15,4 Prozent zurück.

Dauer-Dämpfer für die Aktie

An der Börse kassierte Ebay nach US-Börsenschluss bereits im nachbörslichen Handel einen heftigen Dämpfer. Die Aktie rutschte um bis zu sechs Prozent ab und dürfte heute ähnlich gerupft in das reguläre Geschäft starten.

Die Ebay-Aktie hatte nach der Abtrennung der deutlich gewinnträchtigeren Bezahl-Tochter PayPal im Jahr 2015 zunächst einen schweren Stand. In der Folge berappelte sich der Titel allerdings und konnte Anfang des Jahres sogar ein neues Rekordhoch bei mehr als 45 Dollar erklimmen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie allerdings keinen Boden gut gemacht - im Gegensatz zu vielen anderen Internet- und Technologieaktien, die derzeit von Hoch zu Hoch stürmen. Der Markt könnte richtig liegen: Ebays Geschäftsmodell scheint erst einmal ausgereizt zu sein.

AB