Schild mit Ebay-Schriftzug vor der Unternehmens-Zentrale in San José

Erwartungen übertroffen Ebay: Endlich eine gute Nachricht

Stand: 31.10.2018, 10:23 Uhr

Ebay-Aktionäre hatten in diesem Jahr nichts zu lachen, ist der Aktienkurs doch um bis zu 40 Prozent eingebrochen. Doch es gibt auch positive Überraschungen.

So lief es bei dem Onlinehändler im Sommer besser als erwartet. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft kletterte in den drei Monaten bis Ende September im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 720 Millionen Dollar, wie Ebay am Abend mitteilte. Analysten hatten mit weniger gerechnet.

Die Erlöse stiegen verglichen mit dem Vorjahreswert um sechs Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Damit schwächte sich das Wachstum deutlich gegenüber den Vorquartalen ab, in denen es noch Anstiege um zwölf beziehungsweise neun Prozent gegeben hatte.

Optimistisch für das Weihnachtsgeschäft

Anders als Rivale Amazon zeigte sich Ebay auch für das Weihnachtsgeschäft optimistisch. Das Unternehmen erwartet für das vierte Quartal mehr Gewinn als von Analysten prognostiziert. Dies kam am Markt gut an, die Aktie gewann im nachbörslichen Handel sechs Prozent an Wert.

Um mehr Kunden anzulocken und sich gegen die Konkurrenz von Amazon und Alibaba zu stemmen, startete Ebay diverse Initiativen und steckte Geld in die Produktentwicklung, Werbung und nutzerfreundlichere Internetseiten.

Klage gegen Amazon

Ebay hat gegen den übermächtigen Konkurrenten Amazon einen schweren Stand. Der wird verdächtigt, versucht zu haben, hunderte Top-Verkäufer von Ebay abzuwerben. Mitarbeiter von Amazon sollen über Jahre hinweg Ebays E-Mail-System ausgenutzt haben, um besonders absatzstarke Händler auf die eigene Plattform zu locken. Ebay fordert deshalb eine richterliche Unterlassungsverfügung sowie Schadenersatz und Geldstrafen.

Laut Ebay handelte es sich dabei um ein breit angelegtes "Komplott". Der "Missbrauch" sei systematisch und koordiniert mit dem Ziel erfolgt, Ebay zu schaden, heißt es in der eingereichten Klageschrift. Amazon wollte sich auf Nachfrage nicht zu der Klage äußern. Beide Unternehmen sind stark auf unabhängige Händler angewiesen, die ihre Waren auf ihren Online-Plattformen verkaufen.

Skeptische Analysten

Analysten äußerten sich zuletzt skeptisch zu den Aussichten von Ebay. Besonders pessimistisch sind die Experten des Research-Hauses Stifel. Die haben sich erst vor zehn Tagen von ihrer Kaufempfehlung für die Aktie verabschiedet und auf "Hold" herabgestuft. Stifel senkte zudem das Kursziel von 43 auf 35 Dollar. Die Analysten machen einen schwächeren Trend bei den Erlösen aus.

lg