Easyjet-Maschine startet
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Millioneneinbußen durch Drohnen Easyjet feilt an Notfallplan für Brexit

Stand: 22.01.2019, 10:14 Uhr

Der britische Billigflieger Easyjet arbeitet derzeit an einem Brexit-Notfallplan. Denn auch nach einem EU-Ausstieg der Briten möchte die Airline weiter als EU-Fluggesellschaft gelten. Mit seinem Plan geht Easyjet den Aktionären an den Kragen.

So zieht die Gesellschaft nun auch eine Änderung der Aktionärsstruktur in Betracht. Sie will möglicherweise eine Reihe von Aktionären aus Großbritannien oder anderen Ländern außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums loswerden. Das Unternehmen könnte dafür die Stimmrechte der Aktionäre aussetzen oder sie zwingen, ihre Anteile an EU-Bürger zu verkaufen.

Easyjet-Vorstands-Chef Johan Lundgren

Easyjet-Vorstands-Chef Johan Lundgren. | Bildquelle: picture alliance / Jörg Carstensen/dpa

Nach eigenen Angaben befindet sich die Fluggesellschaft aus Großbritannien aktuell zu 49 Prozent in der Hand von Anteilseignern aus dem europäischen Wirtschaftsraum, Großbritannien ausgenommen. Mit den angedachten Schritten könnten die Airline den Anteil auf mehr als 50 Prozent erhöhen und damit die Anforderungen für den Flugbetrieb innerhalb der EU erfüllen.

Flugzeuge und Lizenzen in Österreich angesiedelt

Easyjet: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Easyjet hat bereits 130 Airbus-Flugzeuge auf eine Tochtergesellschaft in Österreich übertragen. Auch die Lizenzen der Besatzungen sollen bis zum Brexit-Datum am 29. März übertragen werden. Das Unternehmen betonte, dass die Ticketkäufe zuletzt wieder zugelegt hätten. Bis Ende Dezember konnte Easyjet seinen Umsatz um knapp 14 Prozent auf 1,3 Milliarden britische Pfund steigern. Der Umsatz je Sitzplatz ging allerdings um rund vier Prozent zurück.

Von Bloomberg befragte Experten gehen für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September im Schnitt von einem bereinigten Vorsteuergewinn von 580 Millionen Pfund aus. Diese Zahl sei damit in etwa auf dem Vorjahresniveau. Für das von Air Berlin übernommene Geschäft am Flughafen Berlin Tegel erwartet Easyjet im Gesamtjahr allerdings erneut rote Zahlen.

Drohnenflüge führen zu Millioneneinbußen

Die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley hat Easyjet abgestuft und das Kursziel von 1.600 auf 1.290 Pence gesenkt. Grund dafür seinen eine ganze Reihe von Belastungen von Konjunktur-, Rohstoff- und Währungsseite, denen die Fluggesellschaft 2019 ausgesetzt werde. Im historischen Vergleich sien die Branchenwerte dennoch recht attraktiv zu bewerten, schrieb Analystin Penelope Butcher in einer Branchenstudie am Dienstag. Der Ausgang des Brexit und die Entwicklungen seien bei Easyjet abzuwarten.

Auch die Drohnenflüge am Londoner Flughafen Gatwick machten Easyjet zuletzt Probleme. Im Dezember mussten wegen eines Drohnen-Alarms mehr als 400 Flüge abgesagt werden. Daduch büßte Easyjet rund fünf Millionen Pfund Umsatz ein. Hinzu kamen Sonderkosten in Höhe von zehn Millionen Pfund.

mgo