DWS Investments

Kapitalmarktausblick 2018 DWS: Wenn nur die politischen Risiken nicht wären

Stand: 06.12.2018, 13:22 Uhr

Mit Sorge beobachten viele Anleger derzeit den Ausverkauf an den Aktienmärkten. Doch die Manager der Fondsgesellschaft DWS beruhigen und verweisen auf die weiterhin soliden Fundamentaldaten. Allerdings verweisen sie auf zunehmend politische Risiken.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China, die ungelöste Schuldenkrise Italiens, der Aufruhr in Frankreich, und natürlich die Folgen des Brexit: an politischen Risiken herrscht derzeit kein Mangel. Und ein Blick zu den Schwellen- und Entwicklungsländern zeigt, dass sich die Liste der geopolitischen Unwägbarkeiten fortsetzen ließe.

DWS KGaA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
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Hat einer dieser Konflikte das Potenzial, das Wirtschaftswachstum abzuwürgen und die Welt in eine neue Krise zu stürzen? Auf diese Frage haben natürlich auch die Fondsmanager der DWS keine eindeutige Antwort. Für Stefan Kreuzkamp, Chef-Anlagestratege der Fondsgesellschaft, ist allerdings klar, dass "wir dringend eine Lösung des Handelskonflkts zwischen den USA und China brauchen". Die mit dem Streit verbundene Unsicherheit sei einer der Hauptgründe für den derzeitigen Absturz der Aktienmärkte.

Wachstum geht weiter

Stefan Kreuzkamp, Anlagestratege DWS

Stefan Kreuzkamp. | Bildquelle: Unternehmen

Dabei sehen die Fundamentaldaten nach Ansicht der DWS auch im zehnten Jahr des Aufschwungs weiter solide aus. Keiner der wichtigen Indikatoren der Weltwirtschaft deute auf eine bevorstehende Rezession hin - weder die zuletzt beobachtete inverse Zinskurve, noch die hohe Auslastung der Kapazitäten oder die gestiegene Volatilität der Märkte.

Allerdings erwartet die DWS im kommenden Jahr eine Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums auf 3,6 Prozent, angeführt von China, dessen Wirtschaft um 6,0 Prozent zunehmen dürfte. Für die Eurozone erwarten die Fondsmanager eine Zunahme des BIP um 1,6 Prozent, bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von rund zwei Prozent. Trotzdem dürfte die amerikanische Notenbank Fed die Leitzinsen im kommenden Jahr weiter anheben, auf dann 3,25 Prozent. Für die EZB erwarten die Experten einen solchen Schritt erst 2020.

Dax legt wieder zu

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr
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Aufgrund des anhaltenden Wirtschaftswachstums dürften auch die Gewinne der Unternehmen, der wichtigste Treiber des Aktienmarkts, weiter steigen - allerdings deutlich langsamer als bisher. So erwartet die DWS, dass der Gewinn je Aktie der im S&P 500 enthaltenen Firmen im kommenden Jahr nur noch um sechs Prozent zunimmt, nachdem die Steuerreform in diesem Jahr für einen Anstieg um 21 Prozent gesorgt hatte.

Für die 30 im Dax enthaltenen Unternehmen erwarten die Fondsmanager ein Plus beim Gewinn je Aktie von fünf Prozent, nachdem die zahlreichen Warnungen vor allem der Autowerte in diesem Jahr für einen leichten Rückgang um ein Prozent sorgen dürften.

Es gibt also keinen Grund, dass sich der derzeitige Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt fortsetzt. Im Gegenteil: Trotz aller konjunkturellen und politischen Risiken ortet die DWS den deutschen Leitindex Dax bis zum Ende kommenden Jahres bei 12.200 Punkten. Vom aktuellen Stand von 10.930 Zählern ist das ein Aufwärtspotenzial von immerhin rund 12 Prozent. Zum Vergleich: In diesem Jahr dürfte die Bilanz tiefrot ausfallen, hat doch der Dax seit Jahresbeginn bereits gut 15 Prozent verloren.

lg