DWS im Minus

Gewinneinbruch im letzten Jahr DWS: Kunden ziehen Milliarden ab

Stand: 01.02.2019, 09:05 Uhr

Wie die Deutsche Bank hatte auch die Fondstochter DWS mit harten Rückgängen zu kämpfen. Allein im vierten Quartal zogen die Kunden sieben Milliarden Euro ab.

Schon in den Vorquartalen hatten die Kunden Geld bei der DWS abgezogen, 2018 flossen insgesamt 22,3 Milliarden Euro ab. Die verwalteten Vermögen schrumpften bis zum Jahresende 2018 auf 662 Milliarden Euro.

Der DWS machten nicht nur der Geldabfluss und die Marktturbulenzen im vierten Quartal zu schaffen. Wegen der harten Konkurrenz unter den Vermögensverwaltern und der wachsenden Beliebtheit von ETFs, für die nur vergleichsweise geringe Gebühren anfallen, sank die Managementgebührenmarge 2018 auf 30,6 Basispunkte.

Ergebnis bricht ein

DWS KGaA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
29,25
Differenz relativ
-0,63%

Die bereinigten Erträge schrumpften um acht Prozent auf 2,26 Milliarden Euro, der bereinigte Gewinn vor Steuern ging um 16 Prozent auf 625 Millionen zurück. Unter dem Strich brach das Ergebnis sogar um 38 Prozent auf 391 Millionen Euro ein.

Für 2018 will die Fondsgesellschaft eine Dividende von 1,37 Euro je Aktie zahlen. Hauptprofiteur ist die Deutsche Bank, die fast 80 Prozent an der DWS hält. Sie hatte die DWS im März an die Börse gebracht. Der Schritt spülte rund 1,3 Milliarden Euro in die klammen Kassen des Geldhauses.

Von Moltke verspricht Ende der Kapitalabflüsse

Für die Aktionäre hat sich das Investment aber bisher nicht gelohnt. Seit dem Börsendebüt haben die Anteilsscheine rund ein Viertel ihres Werts eingebüßt. DWS-Chef Nicolas Moreau musste Ende Oktober seinen Hut nehmen, sein Nachfolger Asoka Wöhrmann soll die Fondsgesellschaft wieder zurück zu Wachstum führen. Er kündigte an, die Kosten 2019 weiter zu reduzieren.

Deutsche Bank-Finanzvorstand James von Moltke sagte am Morgen, er gehe davon aus, dass die Kapitalabflüsse bei der DWS in diesem Jahr enden werden. Trotzdem reagieren die Anleger enttäuscht, die DWS-Aktie verliert am Morgen bis zu drei Prozent.

JPMorgan belässt DWS auf "Underweight"

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für DWS nach den Zahlen auf "Underweight" mit einem Kursziel von 22,00 Euro belassen. Die Ergebnisse der Fondsgesellschaft für das vierte Quartal bewegten sich im Rahmen der Erwartungen, schrieb Analyst Gurjit Kambo. Enttäuscht habe dagegen das hohe Volumen des Kapitalabzugs durch Investoren.

lg/rtr

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DWS-Fonds: Flaggschiffe unter der Lupe Kunden ziehen Geld ab

<strong>DWS Top Dividende</strong><br/><br/>Der DWS Top Dividende ist Deutschlands populärster Aktienfonds. Er bringt es auf rund 17,5 Milliarden Euro Fondsvolumen. Verantwortlich für das DWS-Flaggschiff ist Thomas Schüßler. Der promovierte Physiker managt den Fonds seit Oktober 2005. Schüßler investiert vor allem in Aktien mit einer überdurchschnittlichen und nachhaltigen Dividendenrendite. Er bevorzugt derzeit Geschäftsmodelle aus den Bereichen Gesundheit, Finanzen und Verbrauchsgüter. Billig ist der Fonds allerdings nicht: Der Ausgabeaufschlag beträgt fünf Prozent der angelegten Summe. Hinzu 1,45 Prozent laufende Kosten im Jahr. Innerhalb eines Jahres legte der Fonds 1,9 Prozent zu.: Kursverlauf am Börsenplatz Fonds für den Zeitraum 1 Jahr

DWS Top Dividende

Der DWS Top Dividende ist Deutschlands populärster Aktienfonds. Er bringt es auf rund 17,5 Milliarden Euro Fondsvolumen. Verantwortlich für das DWS-Flaggschiff ist Thomas Schüßler. Der promovierte Physiker managt den Fonds seit Oktober 2005. Schüßler investiert vor allem in Aktien mit einer überdurchschnittlichen und nachhaltigen Dividendenrendite. Er bevorzugt derzeit Geschäftsmodelle aus den Bereichen Gesundheit, Finanzen und Verbrauchsgüter. Billig ist der Fonds allerdings nicht: Der Ausgabeaufschlag beträgt fünf Prozent der angelegten Summe. Hinzu 1,45 Prozent laufende Kosten im Jahr. Innerhalb eines Jahres legte der Fonds 1,9 Prozent zu.