DWS Investments

Schwächer als gedacht DWS: Konkurrenz belebt nicht den Gewinn

Stand: 30.10.2019, 11:15 Uhr

Der Wettbewerb in der Fondsbranche wird immer härter. Das spürt auch die Deutsche-Bank-Tochter DWS. Sie hat weniger verdient als erhofft.

Im dritten Quartal sank der bereinigte Gewinn vor Steuern von 185 auf 170 Millionen Euro. Damit schnitt der Vermögensverwalter schlechter ab als erwartet: Von der DWS selbst befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Wert von 177 Millionen Euro gerechnet.

Von Juli bis September sammelte die DWS netto, also nach Abflüssen, 6,2 Milliarden Euro ein. Damit lag das Ergebnis fast so hoch wie im gesamten ersten Halbjahr, als dem Fondsanbieter netto 6,7 Milliarden Euro zuflossen. "Unsere Strategie geht auf: Mit fortgesetzten Nettomittelzuflüssen in drei Quartalen in Folge haben wir die Trendwende geschafft", erklärte DWS-Chef Asoka Wöhrmann.

Mehr Kundengelder

Im vergangenen Jahr hatte die DWS zeitweise unter deutlichen Mittelabflüssen gelitten. Der Amtsantritt von Wöhrmann im vergangenen Oktober hat sich hier offenbar positiv bemerkbar gemacht.

Das verwaltete Vermögen stieg im dritten Quartal um 33 Milliarden Euro auf 752 Milliarden. Hier machte sich natürlich auch die gute Kursentwicklung an den Börsen bemerkbar.

Preiskampf belastet

Allerdings ist neben der allgemeinen Börsenentwicklung und der Wertentwicklung der DWS-Fonds auch der immer härter werdende Konkurrenzkampf in der Branche für den Geschäftserfolg des Unternehmens verantwortlich. Speziell die teilweise sehr günstigen ETFs werden zu einer immer größeren Konkurrenz.

Durch den Preiskampf sank die Managementgebührenmarge der DWS im dritten Quartal auf 29,1 Basispunkte von 30,3 im Vorquartal. Ursprünglich hatte der Vermögensverwalter einen Wert von 30 Basispunkten als Mindestziel ausgegeben, sich davon aber zu Jahresbeginn verabschiedet und stattdessen die Senkung der Kosten stärker in den Vordergrund gerückt. Hier sieht sich die DWS auf Kurs: "Mit unserer in diesem Quartal nahezu unveränderten Aufwand-Ertrags-Relation von 69,6 Prozent sind wir auf einem guten Weg, unser für das Gesamtjahr 2019 ausgegebene Ziel von etwa 70 Prozent zu erreichen", sagte Finanzchefin Claire Peel.

In einer ersten Reaktion bestätigte die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs ihre Kaufempfehlung für die DWS-Aktie und ihr Kursziel von 36 Euro.

JPMorgan beließ ihre Einstufung auf "Overweight" mit einem Kursziel von 34 Euro. Der Fondsanbieter mache weiter Fortschritte bei den Nettomittelzuflüssen, schrieb Analyst Gurjit Kambo in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Dies untermauere das für 2021 angepeilte Ziel für das Verhältnis von Aufwendungen und Erträgen (CIR).

ME/dpa/rtr