Rehe auf der Flucht
Audio

Erneute Milliarden-Abflüsse Anleger flüchten aus der DWS

Stand: 25.07.2018, 08:07 Uhr

Bei der Fondsgesellschaft DWS läuft's derzeit gar nicht rund: Die "Flagschiff-Fonds" schwächeln, Anleger ziehen Milliarden ab, und nun hat die DWS auch noch den Spitzenplatz in der Rangliste der größten deutschen Fonds verloren. Die Aktie fällt.

Vor vier Monaten noch strahlten die DWS-Manager beim Börsengang in Frankfurt. Die Deutsche-Bank-Tochter wagte den Befreiungsschlag und ging aufs Parkett. Doch seither gibt's wenig Grund zur Freude: Der Aktienkurs ist klar unter den Ausgabekurs von 32,50 Euro gerutscht.

Aktien unter 27 Euro

Am Mittwochvormittag notierten die Titel bei nur noch 26,85 Euro und zählen zu den größten SDax-Verlierern. Das Ende Juni erreichte Rekordtief von 25,18 Euro ist nicht mehr weit entfernt.

Die Quartalszahlen haben den Aktien einen neuen Rückschlag versetzt. Denn sie zeigen, dass die Misere bei der deutschen Fondsgesellschaft anhält. Im zweiten Quartal zogen die DWS-Kunden knapp fünf Milliarden Euro ab. Dies sei nicht erfreulich, räumte Vorstandschef Nicolas Moreau ein. Immerhin ging der Mittelabfluss etwas zurück. In den ersten drei Monaten flossen 7,8 Milliarden Euro ab.

Flagschiff-Fonds schwächeln

Hauptgrund dürfte die schwache Performance der DWS-Flagschiff-Fonds sein. Der DWS Top Dividende-Fonds, der Concept Kaldemorgen-Fonds des bekannten Fondsmanagers Klaus Kaldemorgen sowie der DWS Vermögensbildungsfonds von Manager André Köttner haben auf Einjahres-Sicht stagniert.

Da verwundert es auch nicht, dass der bisher größte deutsche Fonds, der DWS Top Dividende, Platz eins in der Hitparade verloren hat. Ein Mischfonds der Union Investment mit dem Namen "Privatfonds: Kontrolliert" hat inzwischen den DWS-Fonds überflügelt - mit 18 Milliarden Euro angelegter Gelder.

Jahresziel gekippt

"Angesichts der Volatilität und der Stimmung am Kapitalmarkt ist es unwahrscheinlich, dass wir unser Jahresziel für 2018 beim Nettomittelaufkommen erreichen werden", warnte Finanzchefin Claire Peel am Mittwoch. "Wir halten jedoch an unseren mittelfristigen Zielen diesbezüglich fest." Bislang hatte sich die DWS sowohl für dieses Jahr als auch mittelfristig drei bis fünf Prozent Zuwachs vorgenommen.

Einen kleinen Lichtblick gab es aber doch: Im abgelaufenen Quartal gelang es der DWS zumindest die Erträge und das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres zu steigern. Die verwalteten Vermögen konnte die DWS dank Wechselkurseffekten, der Integration des Vermögensverwaltungsgeschäfts von Sal. Oppenheim und positiven Marktbedingungen gegenüber dem ersten Quartal um 22 Milliarden auf 687 Milliarden Euro steigern. Unter anderem dank Einsparungen legte das bereinigte Vorsteuerergebnis gegenüber dem ersten Quartal um sieben Prozent auf 149 Millionen Euro zu.

Die Margen bleiben wegen des harten Konkurrenzkampfs und der Beliebtheit von ETFs unter Druck. Bei der DWS ging die Managementgebührenmarge im zweiten Quartal auf 30,7 Basispunkte zurück - 0,3 Basispunkte niedriger als im Vorquartal.

nb

1/10

Die DWS-Rivalen an der Börse Von Amundi bis Schroders

BlackRock-Logo  und zwei amerikanische Flaggen an der Unternehmenszentrale in New York

BlackRock
Das Maß aller Dinge ist Blackrock. Mit einem verwalteten Vermögen von rund 6,3 Billionen Dollar ist der US-Konzern der mit Abstand größte börsennotierte Vermögensverwalter der Welt. Zum Vergleich: Die DWS verwaltet gerade mal 700 Milliarden Euro.