DWS Sparschwein und Geldscheine

Wegen der US-Steuerreform DWS: Der Geldabfluss hält an

Stand: 24.10.2018, 09:27 Uhr

Die Kunden der Fondsgesellschaft DWS haben auch im dritten Quartal Geld bei der Deutsche-Bank-Tochter abgezogen. Dennoch ist das Vorsteuerergebnis gestiegen. Die Anleger freut's.

Die im SDax notierte Aktie gehört am Vormittag zu den größten Gewinnern und legt um bis zu 2,7 Prozent zu, während das Papier der Deutschen Bank um über drei Prozent einbricht. Eine Erfolgsgeschichte ist der Börsengang der DWS dennoch nicht: Seit der Erstnotierung im März hat das Papier knapp ein Drittel an Wert verloren.

Dass die Aktie heute zulegt, erklärt sich durch den Überraschungseffekt der am Morgen vorgelegten Quartalsbilanz. Die ist nämlich etwas besser ausgefallen als erwartet.

US-Steuerreform wirkt nach

Dabei haben die Kunden auch im dritten Quartal Geld bei der Deutschen-Bank-Tochter abgezogen. Zwischen Juni und September flossen netto 2,7 Milliarden Euro ab. Dies sei vor allem durch Abflüsse im Zusammenhang mit der US-Steuerreform zurückzuführen. In den Vereinigten Staaten müssen Investoren seit Kurzem so gut wie keine Steuern mehr zahlen, wenn sie ihr Geld ins Inland zurückholen. Aus diesem Grund ziehen institutionelle Anleger ihre Vermögen aus Europa ab.

Die DWS hatte bereits im ersten Halbjahr Nettoabflüsse von 12,7 Milliarden Euro verbucht und deshalb im Sommer ihr Ziel für den Mittelzufluss in diesem Jahr gekippt. 2019 und darüber hinaus erwartet sie aber weiterhin Nettomittelzuflüsse von drei bis fünf Prozent.

Kosten gesunken

Dennoch konnte das Vorsteuerergebnis dank gesunkener Kosten im dritten Quartal auf 177 Millionen Euro verbessert werden - 18 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2018. "Wir sind mit unseren Fortschritten zufrieden, das Kostensenkungsziel für 2018 befindet sich in greifbarer Nähe", sagte DWS-Finanzchefin Claire Peel.

Tatsächlich sind die Kosten gegenüber dem vergangenen Jahr um knapp vier Prozent auf 403 Millionen Euro gesunken. Die Erträge seien um acht Prozent auf 574 Millionen Euro gefallen. Allerdings wurden im Vorjahr noch Geschäfte bei der DWS bilanziert, die im Zuge des Börsengangs bei der Mutter geblieben sind. Bereinigt um diese Effekte sind die Erträge leicht gestiegen.

Gute Marktentwicklung sorgt für Ausgleich

Dank der guten Marktlage ist das verwaltete Vermögen trotz der Mittelabflüsse um fünf Milliarden auf 692 Milliarden Euro gestiegen. Die Margen bleiben wegen des harten Konkurrenzkampfs und der Beliebtheit von ETFs unter Druck, die Managementgebührenmarge ging im dritten Quartal auf 30,5 (Q2: 30,7) Basispunkte zurück.

lg